Dienstag, 1. Juli 2025

Nordtirol: 100 Personen von Schutzhütten wegen Mure ausgeflogen

Die massiven Murenabgänge und Hangrutschungen im Nordtiroler Gschnitz (Bezirk Innsbruck-Land) infolge eines heftigen Unwetters mit Hagelfällen am Montag haben am Tag darauf weitere Evakuierungen zur Folge gehabt. Rund 100 Personen müssen von Schutzhütten ausgeflogen werden. Ein Black Hawk des Bundesheers wird dafür eingesetzt. In der Ortschaft selbst waren die Aufräumarbeiten voll im Gang.

Mehrere Muren verwüsteten das Tiroler Dorf Gschnitz. - Foto: © APA / UNBEKANNT

Drei Berghütten waren aufgrund der Erdrutsche nicht mehr über die Wege erreichbar. Die Bremer-, Innsbrucker- und Tribulaunhütte waren betroffen, berichtete Elmar Rizzoli, Leiter des Zentrums für Krisen-und Katastrophenmanagement des Bundeslandes Tirol.

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Mit dem Bundesheer-Hubschrauber könne man aber mit rund zehn Flügen die eingeschlossenen Menschen ins Tal bringen. Laut Verteidigungsministerin Klaudia Tanner steht „bei Bedarf“ zudem ein zweiter Hubschrauber des Bundesheers zur Verfügung, schrieb sie auf der Plattform „X“ (vormals Twitter) und bedankte sich gleichzeitig bei den Einsatzkräften. Der Zivilschutzalarm sowie der AT-Alert wurden am Dienstag aufgehoben.



In der Gemeinde Gschnitz, die sich auf rund 1.240 Metern Seehöhe befindet und 466 Einwohner hat, waren am Dienstag unterdessen die Aufräumarbeiten am Laufen. In der Früh wurde noch ein Erkundungsflug durchgeführt.

Foto: © APA / UNBEKANNT



Dabei zeigte sich laut Bürgermeister Andreas Pranger das „riesige“ Ausmaß einer Mure, das sich insbesondere von der Pfarrkirche bis ins Talinnere zum Weiler Mühlendorf erstreckte. Zahlreiche Bagger waren - wie auch schon in der Nacht - im Einsatz. Diese „arbeiten sich vor in Richtung Talschluss“ und versuchen die Straße von der Mure zu befreien.

Foto: © APA / UNBEKANNT



Montagabend waren etwa 25 Bewohner im Bereich Mühlendorf ausgeflogen worden, in 15 bis 20 Häuser drang Wasser und Schlamm ein (STOL hat berichtet). Nun werde daran gearbeitet, diese wieder „freizubringen“, sagte Pranger. Wann eine Rückkehr der Menschen in ihre Häuser möglich sei, war noch nicht klar.

Foto: © APA / UNBEKANNT



Für den Dienstag zeigten die Wetterprognosen in Nordtirol indes erneut eine teils hohe Gewittergefahr. Es sei allerdings „nicht seriös einschätzbar“, wo die Gewitter dann tatsächlich im Bundesland niedergehen würden, hielt Rizzoli fest. In Gschnitz bereitete man sich jedenfalls vor: „Wir treffen Vorkehrungen für den Abend“, betonte Bürgermeister Pranger. Die Bäche müssten von den Verklausungen befreit werden.

Verletzte gab es laut aktuellem Erkenntnisstand keine.

apa/stol