Samstag, 26. April 2025

11-Jährige rettet Mutter vor häuslicher Gewalt: Vater droht mit Familienmord

Es sind dramatische Szenen, die sich kürzlich in einer Bozner Wohnung abspielten. Ein 11-jähriges Mädchen rettete ihre Mutter vor dem gewalttätigen Vater, der daraufhin mit einem Familienmord drohte.

In Bozen sorgte ein Fall von häuslicher Gewalt für Aufsehen. - Foto: © shutterstock

Eine 11-Jährige setzte vor wenigen Tagen verzweifelt einen Notruf ab, nachdem ihr Vater die Mutter brutal zusammengeschlagen hatte. Das weinende Mädchen schilderte den Beamten der Bozner Quästur den Vorfall, woraufhin diese keinen Augenblick zögerten und sich umgehend auf den Weg zur Wohnung der Familie machten.

Beim Eintreffen wurden sie vom aggressiven 50-Jährigen direkt verbal angegriffen. Trotz des Widerstandes gelang es den Polizisten, in die Wohnung zu gelangen und Mutter sowie Tochter in Sicherheit zu bringen.

Mutter und Tochter mit Tod bedroht

Die 36-jährige Frau und ihre Tochter hatten sich verängstigt in einem Raum verschanzt. Die Mutter schilderte den Beamten, wie ihr Ehemann sie wiederholt misshandelt hatte. Auch an diesem Abend, als er ihr eine Kaffeekanne und einen Tisch entgegenwarf und sie mit Gewalt schlug. Sie gab zu, bislang noch nie Anzeige aus Angst vor den Konsequenzen und dem Verlust des Sorgerechts für die Tochter erstattet zu haben.

Die Beamten nahmen den Vater fest, doch der aufgebrachte Mann ließ sich weiterhin nur schwer beruhigen. Er bedrohte die Polizisten und brüllte, dass er seine Frau und Tochter töten werde, sobald er aus der Quästur entlassen wird.

Sartori: „Mut finden, Hilfe zu suchen“

Dank des mutigen Eingreifens der Tochter konnte noch Schlimmeres verhindert werden. Die Mutter entschied sich, nach einer medizinischen Behandlung im Krankenhaus, Anzeige zu erstatten. Der gewalttätige Vater wurde in Untersuchungshaft genommen, Quästor Paolo Sartori ordnete zudem eine präventive Maßnahme zur Sonderüberwachung des Mannes an.

„Dieser Vorfall zeigt, wie wichtig es ist, dass Opfer von Gewalt den Mut finden, Hilfe zu suchen. Solche Ereignisse sind nicht nur Ausdruck persönlicher Konflikte, sondern spiegeln tiefere gesellschaftliche Probleme wider, die gemeinsam mit Institutionen, lokalen Behörden und Hilfsorganisationen angegangen werden müssen“, erklärte Sartori.

jno

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