Sonntag, 5. Oktober 2025

Gaza-Hilfsflotte: 18 italienische Aktivisten zurück in Rom

Nach Tagen voller Ungewissheit sind am späten Samstagabend 18 Italiener, die zur „Global Sumud Flotilla“ gehörten und von den israelischen Behörden festgesetzt wurden, wieder in Italien eingetroffen. Die Gruppe landete gegen 23.30 Uhr am Flughafen Rom-Fiumicino – an Bord eines Linienflugs aus Istanbul.

Die Gruppe landete gegen 23.30 Uhr am Flughafen Rom-Fiumicino – an Bord eines Linienflugs aus Istanbul. - Foto: © APA/afp / YASIN AKGUL

Die Rückkehr erfolgte nach einem Zwischenstopp in der Türkei. Zuvor waren die Aktivisten mit einem Charterflug aus Eilat nach Istanbul gebracht worden. Dort übernahm das italienische Konsulat die Organisation der Rückreise – ein Teil flog weiter nach Rom, ein weiterer nach Mailand.

15 weitere Italiener noch in Israel

Nicht alle Beteiligten konnten bislang ausreisen: 15 Italiener bleiben weiterhin in Israel, da sie den freiwilligen Entlassungsschein nicht unterschrieben haben. Laut Außenminister Antonio Tajani sollen sie in den kommenden Tagen gerichtlich abgeschoben werden.

Anzeigen in Rom – schwere Vorwürfe

Die italienische Delegation der Flotilla hat inzwischen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Rom erstattet – wegen des Festsatzes der Schiffe und eines Drohnenangriffs in internationalen Gewässern. Vertreter der Bewegung sprechen von einem „willkürlichen Freiheitsentzug“, da keine Straftaten vorgelegen hätten.

Bei einer Pressekonferenz in Rom berichteten mehrere Teilnehmer, darunter auch Abgeordnete verschiedener Parteien, von harten Haftbedingungen: Es habe Verhöre, Durchsuchungen und keinen Zugang zu Rechtsbeistand gegeben.

Kritik und politische Spannungen

Die Rückkehr sorgt auch innenpolitisch für Diskussionen. Während linke Abgeordnete das Vorgehen Israels scharf kritisieren, werfen Vertreter der Regierung der Flotilla politische Instrumentalisierung vor.

Einige Rückkehrer schilderten, sie seien in Haft erniedrigt, geschlagen und beleidigt worden. Auch Greta Thunberg, die an der Mission teilnahm, berichtete laut Medien über schlechte Haftbedingungen.

Während die Heimgekehrten in Italien wieder frei sind, setzen weitere Schiffe der „Freedom Flotilla“ ihre Fahrt Richtung Gaza fort. Die diplomatischen Spannungen halten an.

stol

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