Anschließend sei sie zur örtlichen Schule gefahren. Dort habe sie eine 39-jährige Lehrerin sowie fünf Schüler erschossen - drei Mädchen im Alter von zwölf Jahren sowie zwei Burschen im Alter von zwölf und 13 Jahren. Die Schützin habe sich anschließend selbst getötet. Die Polizei geht von einer Einzeltat aus.
In den vergangenen Jahren seien Beamte mehrfach wegen psychischer Auffälligkeiten der Verdächtigen zum Wohnhaus der Familie gerufen worden, sagte Dwayne McDonald von der Royal Canadian Mounted Police (RCMP). Die mutmaßliche Täterin sei als Bub geboren worden, habe sich aber seit sechs Jahren als weiblich identifiziert.
Ministerpräsident Mark Carney ordnete Trauerbeflaggung an allen Regierungsgebäuden für die kommenden sieben Tage an. „Wir werden das durchstehen. Wir werden daraus lernen“, sagte der sichtlich bewegte Regierungschef vor Journalisten. Carney sagte seine Reise zur Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) „fürs Erste“ ab, wie sein Büro gegenüber erklärte. Er hatte geplant, von Mittwoch bis Sonntag in München zu sein. König Charles, das Staatsoberhaupt Kanadas, zeigte sich in einer Botschaft „zutiefst schockiert und traurig“.
Der Vorfall weckt Erinnerungen an ähnliche Taten, wie sie sonst eher aus den benachbarten USA bekannt sind. Im April 2020 hatte ein als Polizist verkleideter Mann in der Provinz Nova Scotia 22 Menschen getötet. Bei einem Amoklauf an einer Hochschule in Montreal erschoss ein Täter im Dezember 1989 insgesamt 14 Studentinnen. Kanada hat strengere Waffengesetze als die USA, der legale Waffenbesitz ist mit einer entsprechenden Lizenz jedoch möglich.

