Dienstag, 23. September 2025

70-Jähriger stürzt vor Augen der Tochter am Rosengarten in den Tod

Ein Berliner Wanderer ist am Dienstag ums Leben gekommen, nachdem er auf der Südseite des Fassatals im Trentino ausgerutscht war. Während der 70-Jährige in Begleitung seiner Tochter und seines Hundes den Weg auf einer Höhe von etwa 2.500 Metern entlangging, trat er daneben und stürzte über eine Böschung mehr als 60 Meter in die Tiefe.

Ein 70-jähriger Berliner ist am Dienstag in den Bergen ums Leben gekommen. - Foto: © shutterstock

Der Notruf an die Trentiner Bergrettung ging von seiner Tochter aus. Die Notrufzentrale alarmierte umgehend den Rettungshubschrauber, während sich mehrere Bergretter des Trentiner Bergrettungsdienstes auf dem Landeplatz in Pozza di Fassa für einen möglichen Einsatz bereithielten.

Leichnam des Berliners mit Seilwinde geborgen

Der Hubschrauber lokalisierte sofort die Unfallstelle und setzte im Schwebeflug einen Bergretter sowie das medizinische Team direkt am Einsatzort ab. Die Sanitäter konnten jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen. Der Leichnam des Berliners wurde mit der Seilwinde geborgen und in die Ortschaft Pozza di Fassa ausgeflogen.

Auch die Tochter des Verunglückten sowie der Hund wurden mit Hilfe der Bergretter geborgen und zum Campingplatz in Pozza di Fassa gebracht. Zum psychologischen Beistand der Frau wurden Psychologen eingesetzt.

„Gefährlicher Trend“

„Die Wetterlage war nicht ideal, es nieselte im Fassatal, als sich das Unglück ereignete. Es wird nicht ausgeschlossen, dass der Mann wegen des nassen Bodens ausgerutscht ist“, berichtete ein Retter.

Er beklagte, dass in diesem Sommer die Zahl tödlicher Unfälle im Trentino zugenommen habe. Seit Beginn des Sommers kamen über 100 Menschen bei Bergunfällen ums Leben - das entspricht nahezu drei Todesfällen pro Tag.

Bergwacht und Rettungsdienste warnen vor Leichtsinn in den Bergen

Besonders betroffen sind die Alpenregionen wie Trentino-Südtirol, das Aostatal und Teile der lombardischen Alpen. Besonders häufig betroffen waren Personen mittleren Alters, darunter auch viele Touristen.

Die Alpenrettung spricht von einem gefährlichen Trend: Immer mehr Menschen suchen die Berge auf, ohne sich ihrer eigenen physischen Grenzen oder den Bedingungen in großen Höhen bewusst zu sein. Die Bergwacht und Rettungsdienste warnen daher eindringlich vor Leichtsinn in den Bergen.

Gerade bei wechselhaftem Wetter, wie es in diesem September mehrfach der Fall ist, und bei anspruchsvollen Touren seien sorgfältige Planung, gute Ausrüstung und ein realistisches Einschätzen der eigenen körperlichen Grenzen lebenswichtig. Auch die steigende Zahl von Hubschraubereinsätzen zeugt von der hohen Belastung für die Rettungskräfte.

mit

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden