Samstag, 7. März 2026

80 Jahre Frauenwahlrecht in Italien: Ein Meilenstein, ein hart erkämpfter Sieg

2026 feiern wir in Italien 80 Jahre Frauenwahlrecht: 1946 konnten Frauen erstmals zur Urne schreiten und nach einem langen und hart geführten Kampf ihre Stimme erheben. In Südtirol erinnert der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen am Internationalen Frauentag an dieses wichtige Datum. Doch dieser Jubiläumstag ist kein Grund zum Feiern, sondern ein Weckruf: Die Demokratie braucht die Stimme der Frauen. Ohne Frauen ist kein Staat zu machen.

( im Bild von links) Die Vizepräsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit für Frauen, Nadia Mazzardis und die Präsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit für Frauen, Ulrike Oberhammer. - Foto: © Lukas Auer

In Zeiten von Krisenkarussells und Rückschritten sind Frauenrechte besonders gefährdet. Laut einer Untersuchung der Vereinten Nationen gibt es kein Land der Welt in dem die vollständige Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht wurde. Zahlreiche Staaten haben bereits lang erkämpfte Frauenrechte wieder rückgängig gemacht und schreiben Gesetze so um, dass lang erkämpfte Rechte wieder eingeschränkt werden, heißt es in einer Aussendung des Landesbeirates für Chancengleichheit für Frauen.

Das Streichen von Gleichberechtigungsprogrammen findet Nachahmer auf der ganzen Welt. Umso wichtiger ist es, die Rechte, die auf juristischer, politischer Ebene und auch auf der Straße durch die Frauenbewegungen erkämpft wurden, zu halten und auszubauen. Die Stimmen der Frauen, das Frauenwahlrecht, war kein Geschenk, sondern ist hart erarbeitet. Es hat den Weg geebnet, um Themen Platz zu verleihen, die vorher belächelt wurden. Gegen Unterdrückung, für Gerechtigkeit und mehr Selbstbestimmung. Und auch aktuell gibt es Grund zur Sorge.



Vom Gesetzentwurf Bongiorno, der im Gesetzentwurf gegen Vergewaltigung das Konzept der Ablehnung eingeführt hat und damit faktisch das Konzept der freien und aktuellen Zustimmung der Frauen geschwächt hat, bis zum Dekret von Ministerin Roccella, das darauf abzielt, die regionalen Gleichstellungsbeauftragten abzuschaffen und ihre Arbeit in einer einzigen Stelle mit Sitz in Rom zu zentralisieren; bis hin zur Ablehnung des Gesetzentwurfs über einen gleichberechtigten und nicht übertragbaren Vaterschaftsurlaub von fünf Monaten: Das sich abzeichnende Bild zeigt deutlich, dass der Weg zur vollständigen Gleichstellung nicht einfach sein wird.

Die Hindernisse kommen leider nicht nur von außen. Immer häufiger werden sie auch von Frauen geschaffen, die, nachdem sie dank der Kämpfe ihrer Vorgängerinnen Führungspositionen erreicht haben, sich schnell an zutiefst patriarchalische Machtmodelle und Führungsstile anpassen.

Der jahrzehntelange Kampf für die Rechte der Frauen, für die Schließung der Lohn- und der Rentenschere, die Beseitigung von Gewalt und Hass im Netz, eine echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, eine geschlechtergerechte Medizin, mehr Frauen auf den Bühnen dieser Welt und an den Entscheidungstischen geht weiter. Es gibt noch viel zu tun!

stol

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