Montag, 4. August 2025

Alarmstufe Käfer: Erste Japankäfer in Südtirol entdeckt

Er sieht harmlos aus, ist für den Menschen ungefährlich – und dennoch eine ernstzunehmende Bedrohung: Der Japankäfer (Popillia japonica) ist erstmals in Südtirol nachgewiesen worden. Im Juli wurden mehrere Exemplare des invasiven Schädlings gefunden – an Verkehrsknotenpunkten wie der MeBo-Ausfahrt Eppan und der Brennerautobahn. Die Behörden schlagen Alarm.

Sein attraktives Äußeres trügt: Der Japankäfer ist ein Schädling, der für Gärten und Landwirtschaft zum Problem werden könnte. - Foto: © LPA/Pflanzenschutzdienst Region Lombardei/Federico Bonetti

Der Käfer, etwa zehn bis zwölf Millimeter groß, glänzt metallisch grün mit kupferbraunen Flügeldecken. Typisch sind fünf kleine weiße Haarbüschel an jeder Seite des Hinterleibs sowie zwei größere am unteren Ende des Körpers. Für Menschen ist er ungefährlich – für Pflanzen hingegen höchst problematisch: Der Japankäfer frisst an über 400 verschiedenen Nutz- und Zierpflanzen, sowohl an Blättern, Früchten als auch an den Wurzeln.

Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein invasiver Schädling, der sowohl als Käfer als auch als Larve (Engerling) erhebliche Schäden an Pflanzen verursacht. Er frisst an über 400 verschiedenen Nutz- und Zierpflanzen und gefährdet somit die Landwirtschaft, den Gartenbau und die Umwelt. - Foto: © LPA/Pflanzenschutzdienst Region Lombardei/Federico Bonetti



„Wir beobachten diese Entwicklung wachsam und haben die Ausbreitung des Japankäfers durch Monitoring im Blick“, betont Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher. „Durch frühzeitiges Erkennen und Melden können wir gemeinsam dazu beitragen, die Ausbreitung des Schädlings einzudämmen.“

Seit 2014 in Europa

Die Verbreitung des Käfers ist kein regionales Phänomen. Ursprünglich in Japan beheimatet, hat sich das Tier nach seiner Einschleppung nach Nordamerika rasant ausgebreitet. Seit 2014 ist der Japankäfer auch in Europa angekommen – inzwischen mit Funden in Slowenien, Deutschland, Frankreich und Spanien. In Italien sind insbesondere die Lombardei, das Piemont sowie Teile von Venetien, Friaul, Ligurien und der Emilia-Romagna betroffen.

Der Japankäfer ist etwa zehn bis zwölf Millimeter lang und hat eine metallisch-grüne Färbung auf Kopf und Halsschild sowie kupferbraune Flügeldecken. Das wichtigste Erkennungsmerkmal sind fünf kleine weiße Haarbüschel an jeder Seite des Hinterleibs und zwei größere weiße Haarbüschel am unteren Ende des Körpers. Verdächtige Käfer sollen sofort eingefangen beziehungsweise unschädlich gemacht und umgehend dem Pflanzenschutzdienst in Bozen oder einem Berater übergeben werden. - Foto: © LPA/Landesamt für Obst- und Weinbau und Landespflanzenschutzdienst



„Der erste Käfer wurde am 3. Juli bei der MeBo-Ausfahrt Eppan in Richtung Bozen in einer Pheromonfalle festgestellt, dieser Erstfund wurde von einem Labor bestätigt“, berichtet Stefano Endrizzi, Leiter des Pflanzenschutzdienstes in der Landesabteilung Landwirtschaft. Weitere Funde folgten bei der Raststätte Laimburg an der Brennerautobahn sowie in Gargazon. Zuletzt wurde am 31. Juli erneut ein Käfer an der Raststätte Laimburg Ost gefangen.

Käfer fangen oder töten – und melden

Die Behörden setzen nun auf enge Zusammenarbeit mit Landwirtschaft, Gartenbau und Umweltsektor. In diesen Tagen wird ein Rundschreiben an alle entsprechenden Betriebe verschickt – mit der Aufforderung, während der Erntezeit besonders wachsam zu sein. Verdächtige Käfer sollen möglichst eingefangen oder getötet und dem Pflanzenschutzdienst oder einem Berater übergeben werden.

Ob sich der Käfer in Südtirol bereits vermehrt oder etabliert hat, ist derzeit unklar. Die bisherigen Funde deuten auf eine Verschleppung durch Fahrzeuge oder den Pflanzenhandel hin – eine Gefahr, die gerade entlang von Autobahnen besonders groß ist.

Fest steht: Wer den Japankäfer entdeckt, sollte nicht zögern, zu handeln. Nur so lässt sich die weitere Ausbreitung verhindern.

lpa/kn