Donnerstag, 9. Oktober 2025

Auf den Spuren der Lärche: Studierende im Campilltal unterwegs

Zwischen alten Mühlen und Lärchenhängen: Im Campilltal erkundeten Studierende der Freien Universität Bozen unter Leitung von Prof. Klaus Hackl die Bedeutung der Lärche – Baum des Lichts und Symbol alpiner Kulturlandschaft. Zwischen Forschung, Handwerk und Tradition zeigte sich, wie eng Natur und Kultur im Gadertal verbunden sind.

Gruppe der Studierenden mit Prof. Klaus Hackl und Bergbauer Eduard Daporta.


Ausgehend von der Studie „Larjëi. 1000 Jahre Bewirtschaftung der Lärche im Campilltal“ unternahm eine Gruppe von Studierenden der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen eine Exkursion nach Lungiarü/Campill. Unter der Leitung von Prof. Klaus Hackl und seiner Assistentin Ada Keller stand die Lärche – Baum des Lichts und Symbol alpiner Kulturlandschaft – im Mittelpunkt.

Studierende entdecken die Kultur der Lärche

Ziel war es, die ökologische, wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung dieser charakteristischen Baumart aus erster Hand zu erfahren. Vor Ort vermittelte der Landwirt und Handwerker Eduard Daporta vom Hof „Mazchel-Hof“ den Studierenden wertvolles Wissen um die Lärche. Mit großer Leidenschaft erklärte er die Eigenheiten dieses Nadelbaumes: ihre Anpassungsfähigkeit an extreme Höhenlagen, die Widerstandskraft gegen Kälte und Wind sowie die besondere Qualität des Holzes – leicht, dauerhaft und von warmer Farbe.

Neben den forstwirtschaftlichen Aspekten reflektierten die Studierenden auch die Rolle des Menschen im Zusammenspiel von Nutzung und Naturschutz. Wie kann der Lärchenwald, der über Jahrhunderte durch Beweidung und Pflege erhalten blieb, unter heutigen Bedingungen fortbestehen? Welche Perspektiven bietet nachhaltige Waldbewirtschaftung für zukünftige Generationen?

Verwurzelt in der lokalen Kultur

Gerade im Zusammenspiel von Theorie und Praxis wurde deutlich, wie wichtig der Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen, Bauern und Studierenden ist. Erkenntnisse aus der Forschung finden so ihren Weg in den Alltag, im Produktdesign – und umgekehrt fließen praktische Beobachtungen in wissenschaftliche Fragestellungen zurück.


Von dieser Lärchenstudie ging der Anstoß zur Exkursion aus.



„Die Lärche ist mehr als nur ein Baum – sie ist ein lebendiges Zeugnis der Landschaftsgeschichte“, betonte Prof. Hackl. Auf der Wanderung durch Viles und an alten Mühlen verdeutlichte er, wie eng die Lärche seit Jahrhunderten mit der Lebensweise der Menschen im Gadertal verbunden ist. Ob im traditionellen Holzbau, bei Zäunen und Dachschindeln oder in der modernen nachhaltigen Architektur – die Lärche erweist sich bis heute als vielseitiger Rohstoff, tief verwurzelt in der lokalen Kultur.

Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch im Museum Ladin, wo die Gruppe eine Führung durch die aktuelle Ausstellung des Künstlers Max Castlunger mit dem Titel UpCycling erhielt. Dort wurden mehrere Instrumente aus Altholz präsentiert, die auf eindrucksvolle Weise zeigten, wie aus Vergangenem Neues entstehen kann. So wurde der Tag im Campilltal nicht nur zu einer lehrreichen Begegnung mit der Natur, sondern auch zu einem eindrucksvollen Beispiel dafür, wie Tradition, Wissen und Nachhaltigkeit ineinandergreifen können – ganz im Sinne des „Larjei“, des Lärchenwaldes, der seit über tausend Jahren das Gesicht des Tales prägt.

stol

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