Freitag, 31. Oktober 2025

Bau von Sizilien-Brücke gestoppt – Meloni hält an Plan fest

Nachdem der Rechnungshof in Rom das umstrittene Projekt zum Bau einer Brücke zwischen der Mittelmeerinsel Sizilien und dem italienischen Festland ausgebremst hat, verteidigt Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni den Plan. „Wir werden auf die Einwände des Rechnungshofes reagieren. Klar ist jedoch: Das Ziel bleibt der Bau der Brücke, ein strategisches Projekt, das weltweit ein einzigartiges technisches Werk sein wird“, so Meloni am Donnerstagabend im Interview mit RAI 1.

So soll die Brücke nach Sizilien aussehen (Rendering).


„Wir Italiener sind die Erben einer Zivilisation, die mit ihren Brücken die Welt über Jahrtausende hinweg in Staunen versetzt hat. Ich weigere mich, die Vorstellung zu akzeptieren, dass wir heute keine mehr bauen können, nur weil wir von Bürokratie erdrückt werden“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Regierung will auf Bedenken des Rechnungshofs reagieren

Die Regierung Meloni will die Punkte klären, die den Rechnungshof dazu veranlasst haben, dem Bauprojekt für die Brücke über die Meeresstraße von Messina, die Sizilien mit dem italienischen Festland verbinden soll, die Genehmigung zu verweigern. „Wir warten auf die Begründung des Rechnungshofs, sind aber überzeugt, auf jeden einzelnen Punkt ruhig und sachlich antworten zu können. Ich hätte gerne im November mit den Bauarbeiten begonnen, wir werden damit erst im Februar starten können“, bedauerte Infrastrukturminister Matteo Salvini.

Meloni, Salvini und weitere führende Regierungsmitglieder kritisierten die Entscheidung des Rechnungshofs und bezeichneten sie als weiteres Beispiel für eine Überschreitung der Befugnisse der Justiz und einen Eingriff in den politischen Bereich. Der Rechnungshof hatte am Mittwoch die Genehmigung für das 13,5 Mrd. Euro schwere Prestigeprojekt der Regierung Meloni verweigert und Bedenken hinsichtlich der Finanzierung sowie der Einhaltung von EU-Wettbewerbsregeln geäußert. Besonders kritisch sei, dass die Kosten von ursprünglich 3,8 Mrd. Euro im Jahr 2005 nun auf 13,5 Mrd. Euro gestiegen seien.

Der Bau der rund 3,3 Kilometer langen Brücke, die zu den längsten Hängebrücken der Welt zählen soll, wird in Italien bereits seit den späten 1960er-Jahren diskutiert. Ziel des Projekts ist es, die wirtschaftlich benachteiligte Insel Sizilien besser an das Festland anzubinden. Die rechtsgerichtete Regierung unter Meloni hat das Vorhaben zu einer Priorität erklärt und über einen Zeitraum von zehn Jahren 13,5 Mrd. Euro für den Bau der Brücke sowie der begleitenden Infrastruktur bereitgestellt.

apa

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden