Montag, 2. März 2026

Berichte: Seit Beginn US-israelischer Angriffe über 550 Tote

Im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds seit Beginn der US-israelischen Angriffe 555 Menschen getötet worden. Das berichteten staatliche Medien in der Islamischen Republik am Montag. Mehr als 100.000 Rettungskräfte seien landesweit im Einsatz, hieß es in einer Mitteilung der humanitären Organisation. Mehr als 130 Landkreise seien vom Krieg betroffen. Seit Samstag greifen Israel und die USA Hunderte Ziele im Iran an.

Weite Teile des Iran sind betroffen. - Foto: © APA/ISNA / AMIR KHOLOUSI

Zu den Zielen zählen militärische Infrastruktur wie Raketenabschussrampen, Anlagen des umstrittenen Atomprogramms, Hauptquartiere der Militärführung sowie Vertreter der politischen Führung. Die Hauptstadt Teheran wurde am Sonntag erneut schwer bombardiert. Der oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, wurde am Samstag getötet.




Bei den Luftangriffen seien mehr als 2.000 Ziele im Iran attackiert worden, hieß es in einer Analyse des Critical Threats Project (CTP), das von den in Washington ansässigen Denkfabriken Institute for the Study of War (ISW) und American Enterprise Institute betrieben wird. Israel und die USA begründen den Krieg mit einer Bedrohung durch das iranische Raketen- und Atomprogramm.

In der Provinz Fars im Süden des Iran wurden Medienberichten zufolge insgesamt 35 Menschen getötet. Dies gab die Nachrichtenagentur Tasnim am Montag bekannt und wies darauf hin, dass die Opferzahl durch die „anhaltenden Angriffe des Feindes“ noch „steigen könnte“. In der Provinz Ost-Aserbaidschan im Nordwesten des Landes wurden laut der Nachrichtenagentur IRNA 27 Menschen getötet.

Als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe greift der Iran seit Samstag Israel sowie mehrere Staaten in der Golfregion an. Auch Montag früh feuerten die Luftstreitkräfte der Revolutionsgarden Raketen auf Israel. Es sei die zehnte Raketenwelle seit Kriegsbeginn, hieß es in einer Mitteilung der Revolutionsgarden. Fortschrittliche Raketen des Typs Khorramshahr 4 hätten „gewaltige Tore des Feuers“ über Israel geöffnet.

IAEA sieht bisher keine Schäden an Atomanlagen im Iran

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat nach den jüngsten militärischen Angriffen im Iran und im Nahen Osten bisher keine Schäden an iranischen Atomanlagen festgestellt. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Anlagen wie das Kraftwerk Bushehr oder der Forschungsreaktor in Teheran getroffen worden seien, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag mit. Auch gebe es keine erhöhten Strahlenwerte in den Nachbarstaaten.

Der Kontakt zu den iranischen Aufsichtsbehörden sei jedoch abgerissen, warnte er, und müsse „so schnell wie möglich“ wiederhergestellt werden. Die Behörde warnte eindringlich vor den Risiken für die nukleare Sicherheit in der gesamten Region. Ein Angriff auf nukleare Einrichtungen könne zur Freisetzung radioaktiver Stoffe mit schwerwiegenden Folgen führen, mahnte Grossi. Er rief alle Konfliktparteien zu äußerster Zurückhaltung auf, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.

„Wir können einen möglichen Strahlungsaustritt mit schwerwiegenden Folgen nicht ausschließen - inklusive die Evakuierung von Gebieten, die so groß oder größer sind wie Großstädte“, warnte Grossi in einer Sondersitzung der Organisation in Wien. Der iranische Botschafter bei der IAEA dagegen sagte, dass die Atomanlage in Natanz getroffen wurde. Neben dem Iran betrieben auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien und Syrien Reaktoren, während Länder wie Saudi-Arabien, Kuwait oder der Irak ebenfalls Ziele von Angriffen geworden seien.

Grossi drängte zudem auf eine Rückkehr zu diplomatischen Bemühungen, um sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffen entwickelt. Die jüngsten Gespräche in Genf seien ohne Ergebnis geblieben. Die Lage sei „sehr besorgniserregend“, sagte er. Die IAEA stehe bereit, Mitgliedstaaten im Ernstfall sofort zu unterstützen.

apa

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