Dienstag, 2. September 2025

Berlusconi-Vertrauter Emilio Fede gestorben

Der ehemalige Chefredakteur der Nachrichtensendung TG4 und enge Freund des 2023 verstorbenen italienischen Ex-Premiers Silvio Berlusconi, Emilio Fede, ist am Dienstag im Alter von 94 Jahren in einem Pflegeheim in Segrate in der Nähe von Mailand verstorben. Dies teilte seine Familie mit.

Journalist Emilio Fede - Foto: © ANSA / GIUSEPPE LAMI / Z66

Der gebürtige Sizilianer Fede war über viele Jahre eine der bekanntesten Fernsehpersönlichkeiten Italiens und galt als enger Vertrauter und glühender Unterstützer des früheren Ministerpräsidenten und Medienunternehmers Berlusconi. Seine Karriere als Nachrichtenmoderator und Journalist begann er 1961 bei der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt RAI. 1989 wechselte er zu Berlusconis Medienholding Fininvest.

Ein Foto aus dem Jahr 1987 - Foto: © ANSA / ANSA

Fede wegen parteiischer Berichterstattung umstritten

Als Chefmoderator der Nachrichtensendung des Berlusconi-Senders TG4 machte er sich einen Namen – allerdings nicht ohne Kontroversen. Besonders seine offen parteiische Berichterstattung zugunsten des 1994 in die Politik eingestiegenen Berlusconi rief immer wieder Kritik der Mitte-Links-Opposition hervor. Fede verbrachte seinen Urlaub oft gemeinsam mit Berlusconi – ihre enge Freundschaft prägte nicht nur sein Leben, sondern auch sein öffentliches Bild.

Ein Telefoninterview mit Silvio Berlusconi (links) 2010. - Foto: © ANSA / FERMO IMMAGINE TG4 / RED



Nach seiner journalistischen Karriere geriet Fede mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. Unter anderem wurde er im Zusammenhang mit dem sogenannten „Ruby-Prozess“ verurteilt: Er soll an der Organisation von Partys mit Prostituierten im Anwesen Berlusconis in Arcore beteiligt gewesen sein, an denen auch die damals noch minderjährige Escort-Dame Ruby teilgenommen hat. Fede soll die Prostitution bei den sogenannten „Bunga-Bunga“-Festen in Berlusconis Villa begünstigt und organisiert haben. Dafür wurde er im Jahr 2019 rechtskräftig zu vier Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. Aufgrund seines hohen Alters konnte er die Strafe jedoch im Hausarrest verbüßen.

apa

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden