Mittwoch, 21. Januar 2026

Betrug an über 1.200 Seniorinnen: Auch Südtirol betroffen

Betrug statt Beratung: Unter dem Deckmantel von Haustürgeschäften soll eine Bande gezielt ältere Frauen ausgenommen haben – auch in Südtirol. Die Finanzpolizei hat im Rahmen umfassender Ermittlungen fünf Personen verhaftet und zehn weitere Beschuldigte ausgeforscht. Insgesamt wurden Vermögenswerte und Immobilien im Wert von rund 2,5 Millionen Euro beschlagnahmt.

Die Finanzpolizei beschlagnahmte im Rahmen der Ermittlungen Vermögenswerte und Immobilien im Wert von rund 2,5 Millionen Euro. - Foto: © Finanzpolizei

Unter den mehr als 1.200 bestätigten Opfern befinden sich auch zahlreiche Seniorinnen aus Südtirol und dem Trentino. Die Ermittlungen wurden von der Finanzpolizei in Padua geführt. Die kriminelle Organisation soll dort verwurzelt gewesen sein, jedoch in ganz Italien agiert haben.

Zielscheibe der Betrüger seien fast ausschließlich Frauen über 60 Jahre gewesen, häufig alleinlebend. Auch in Südtirol sowie in Trient sollen die Täter zugeschlagen haben. Die Bande bestand laut den Ermittlern aus italienischen Staatsbürgern. Sie hätten unter dem Deckmantel einer Firma agiert, die offiziell im Bereich von Haustürgeschäften tätig war und ihren Sitz im Raum Venedig hatte.

Laut den Ermittlern nutzten die Täter gezielt Kundendaten, die sie von anderen Unternehmen erworben hatten. Mit einem Netz von Verkaufsagenten sollen die Beschuldigten bestimmte Wohngebiete gezielt aufgesucht haben. Dank der im Vorfeld beschafften Daten wussten sie genau, wo sie auf ältere, oft alleinstehende Frauen treffen würden.

Verdächtige fielen wegen luxuriösem Lebensstil auf

Den Seniorinnen sei eingeredet worden, sie seien aufgrund angeblich früher abgeschlossener Verträge verpflichtet, neue Haushaltsartikel zu kaufen. Die angebotenen Waren – von Küchengeräten bis zu Alltagsgegenständen – seien als hochwertig und exklusiv dargestellt worden, hatten in Wahrheit jedoch nur geringen materiellen Wert. Der finanzielle Schaden für die Opfer sei dennoch enorm. Aufgefallen war die Bande den Ermittlern zunächst durch den auffällig luxuriösen Lebensstil einiger Verdächtiger.

Diese sollen ein Leben weit über ihre offiziell erklärten Einkünfte hinaus geführt haben, frequentierten exklusive Lokale und fuhren gemietete Luxusautos wie Ferrari, Lamborghini, Bentley oder Porsche. Das aus den Betrügereien erlangte Geld soll offenbar in teure Urlaube und ein Leben im Überfluss geflossen sein.

Die Finanzpolizei beschlagnahmte im Zuge der Ermittlungen umfangreiches Beweismaterial auch in weiteren Unternehmen in den Provinzen Rom, Treviso, Mantua und Lecce, die ebenfalls im Verdacht stehen, in das Betrugsnetzwerk verstrickt zu sein. Die Ermittlungen dauern an.

stol

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