Freitag, 7. November 2025

Bischof Ivo Muser: „Wir bekennen unsere Schuld, das war ein Versagen“

Nach der deutlichen Kritik des Münchner Rechtsanwalts Ulrich Wastl am Umgang der Diözese Bozen-Brixen mit Missbrauchsfällen hat Bischof Ivo Muser strukturelle Reformen angekündigt. In seinem Schlusswort zur Fachtagung am Freitag bekannte Muser Versäumnisse innerhalb der Diözese und sprach von gemeinsamen Fehlern. „Wir bekennen unsere Schuld in der Wir-Form. Es war keine böse Absicht, aber es war ein Versagen. Wir wollen daraus lernen und wir übernehmen Verantwortung“, sagte der Bischof.

Bischof Ivo Muser: „Wir bekennen unsere Schuld. Es war keine böse Absicht, aber es war ein Versagen.“

Wie STOL berichtet hatte, nahm sich der Münchner Anwalt Ulrich Wastl bei seiner Kritik kein Blatt vor dem Mund – er sprach von einem „systemischen Gesamtversagen“ (hier lesen Sie mehr dazu). Zudem betonte er, dass es ein Schuldbekenntnis vonseiten der Diözese brauche, damit sie wieder Glaubwürdigkeit zurückgewinnen könne. „Das ist die letzte Chance“, sagte Wastl.

„Es war ein Versagen“

Muser bekannte im Anschluss die Schuld uns sagte: „Es war ein Versagen.“ Dann stellte er drei konkrete Konsequenzen vor:

Die dauerhafte Einbindung der Betroffenen in Entscheidungsprozesse.
Eine organisatorische Neuordnung des Bereichs Aufarbeitung und Prävention unter klar definierten Zuständigkeiten.

Eine lückenlose Dokumentation aller relevanten Entscheidungen und Abläufe.

Darüber hinaus soll eine unabhängige Interventionsstelle als Kontroll- und Vertrauensinstanz geschaffen werden.

„Wir wollen den Betroffenen gerecht werden und alles tun, um künftige Betroffene zu schützen“, betonte Muser.

Im Zentrum der Kritik steht der Fall Don Giorgio Carli. Der Priester sollte vor einigen Wochen von Sterzing nach Innichen versetzt werden – eine Entscheidung, die nach massiven Protesten wieder zurückgenommen wurde.

Carli war in der Vergangenheit wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen angeklagt.

stol

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