Mittwoch, 23. Juli 2025

„Bozen braucht Schutzräume vor der Hitze“ – Beschlussantrag der Grünen deponiert

Die anhaltenden Hitzewellen stellen ein zunehmendes Gesundheitsrisiko für viele Menschen in Bozen dar – insbesondere für ältere Personen, Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen und Menschen ohne festen Wohnsitz. Um diesem wachsenden Problem aktiv zu begegnen, haben die Bozner Grünen am 8. Juli 2025 einen Beschlussantrag zum Thema „Schutz vor Hitze“ beim Gemeinderatspräsidenten eingereicht.

Teilweise extreme Hitze in Bozen (Archivbild) – die Bozner Grünen schlagen Maßnahmenplan vor. - Foto: © Claudio Cadei


Aus einer Pressemitteilung geht hervor, dass sich Cornelia Brugger (Bozner Grüne) als Erstunterzeichnerin des Antrags – gemeinsam mit ihren Ratskollegen Rudi Benedikter, Luca Di Biasio und Chiara Rabini – für ein Maßnahmenpaket einsetzt, das die Stadt Bozen hitzeresilienter, solidarischer und sozial gerechter machen soll.

Maßnahmen des Antrages

Der Antrag sieht unter anderem folgendes vor:

- die Einrichtung kostenlos zugänglicher Klimaschutzräume (z.B. in Bibliotheken, Museen, Bürgerzentren und Schwimmbädern)

- eine öffentliche Kartierung kühler Orte in der Stadt (digital und analog)

- gezielte Unterstützungsmaßnahmen für vulnerable Gruppen bei großer Hitze

- sowie Aufklärungskampagnen in Zusammenarbeit mit Stadtvierteln, Vereinen, Apotheken und Sozialdiensten.


Bozen braucht eine vorausschauende, soziale Klimapolitik – nicht nur Hitzewarnungen, sondern konkrete Schutzmaßnahmen für alle. Besonders Menschen, die sich nicht selbst helfen können, dürfen wir in der Klimakrise nicht allein lassen“, betont Cornelia Brugger, Gemeinderätin der Grünen.

Beispiel an anderen Städten

Internationale Städte wie Barcelona, Lyon oder New York machen es vor – auch Bozen muss jetzt aktiv werden. Der Antrag steht zur Behandlung im Gemeinderat bereit.

In Anbetracht dessen, dass Bozen Verantwortung für alle Menschen übernehmen muss – auch für jene, die sich nicht selbst aussuchen können, wo und wie sie sich vor großer Hitze schützen – und die Stadt angesichts der Klimakrise widerstandsfähiger und solidarischer werden sollte, verpflichtet der Gemeinderat von Bozen den Bürgermeister und die Stadtregierung:

1.Alle öffentlichen, kühlen und schattigen Räume (Bibliotheken, Museen, Bürgerzentren, Grünflächen, Brunnen, Schwimmbäder) zu erfassen und sichtbar zu machen – durch eine interaktive Karte (online und in Papierform) mit Routen, die direkte Sonneneinstrahlung möglichst vermeiden

2.Sogenannte „Klimaschutzräume“ zu identifizieren und kostenlos zugänglich zu machen – insbesondere während Hitzewellen und besonders in Randvierteln und sozial vulnerablen Gebieten

3.Zu prüfen, ob an extrem heißen Tagen der kostenlose Zugang zu städtischen Schwimmbädern für Menschen über 70 und andere gefährdete Gruppen ermöglicht werden kann – gegebenenfalls mit speziellen oder verstärkten öffentlichen Verkehrsmitteln

4.Aufklärungskampagnen in Zusammenarbeit mit Sozialdiensten, Stadtvierteln, Vereinen und Apotheken zu starten, um die Bevölkerung über Hitzerisiken und Schutzmöglichkeiten zu informieren

5.der Bevölkerung die Erkenntnisse und Daten aus Studien der Gemeinde, der Provinz und der EURAC zu Hitzeinseln, Hitzewellen und deren Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit transparent zugänglich zu machen

6.Konkrete präventive Maßnahmen gegen städtische Hitzeinseln zu planen – darunter neue Baumbepflanzungen, Entsiegelungsmaßnahmen und Begrünung von Plätzen.

stol

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