Dienstag, 30. September 2025

Bozner Institut räumt mit Impf-Mythen auf

Ist eine Corona-Impfung für Schwangere riskant, macht sie womöglich sogar unfruchtbar? Nach wie vor kursieren derartige, irreführende und nicht belegte Aussagen, weshalb sie das Bozner Institut für Allgemeinmedizin und Public Health in Bozen einem wissenschaftlich fundierten Faktencheck unterzogen hat. Damit will man der Südtiroler Bevölkerung eine gesicherte Orientierung in diesen Fragen bieten.

Man könne der Coronaimpfung mit Vertrauen begegnen. - Foto: © APA/dpa (Archiv/Themenbild) / Karl-Josef Hildenbrand

So wurden die Auswirkungen der Covid-19-Impfungen auf schwangere Frauen und ihre Kinder in mehr als 50 hochwertigen Studien, darunter systematischen Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen, detailliert untersucht. Die Ergebnisse sind übereinstimmend: Die Impfung in der Schwangerschaft ist nicht nur sicher, sondern in vielen Fällen sogar mit einem geringeren Risiko für bestimmte Komplikationen verbunden.

„Die Impfung ist für Schwangere sicher. Es gibt keine Hinweise auf eine erhöhte Rate an Komplikationen. Die Vorteile der Impfung überwiegen eindeutig die potenziellen Risiken. Sie schützen sowohl die Mutter als auch das Kind“, unterstreicht Univ.-Prof. Dr. Christian Wiedermann, früherer Primar für Innere Medizin am Krankenhaus Bozen und seit 2021 Forschungskoordinator des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen.

Keine Sorgen bei Kinderwunsch

Weit verbreitet ist auch die Sorge, dass Covid-19-Impfstoffe die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können, vor allem bei Menschen mit Kinderwunsch. Die Befürchtung ist unbegründet. Prof. Wiedermann verweist auf die Ergebnisse mehrerer großer Übersichtsarbeiten und Studien: „Die Corona-Impfung hat keinen nachteiligen Einfluss auf die Eierstockfunktion, Eizellqualität, Befruchtungsrate oder die Schwangerschaftschancen. Auch Komplikationen wie Fehlgeburten traten bei Geimpften nicht häufiger auf als bei Ungeimpften.“

Genauso verhalte es sich bei Männern. Demzufolge haben Impfstoffe keinerlei nachteilige Effekte auf die Spermienanzahl, die Beweglichkeit oder den Hormonspiegel. Somit sei festzuhalten, dass sich Menschen mit Kinderwunsch wegen der Impfung keine Sorgen machen müssen. Vielmehr sei eine Impfung sinnvoll, um sich vor den gesundheitlichen Risiken einer Corona-Infektion in der Schwangerschaft zu schützen, auch in Bezug auf die Fortpflanzungsgesundheit. Genauso sei die Behauptung, dass Covid-19-Impfstoffe Autismus verursachen könnten, völlig unbegründet.

„Der Corona-Schutzimpfung mit Vertrauen begegnen“

In Bezug auf die Gesamtheit der Datenlage und auf Langzeitbeobachtungen bei Kindern gebe es zwar gewisse Forschungslücken, was allerdings nicht bedeute, dass Risiken bestünden. „Aufgrund der nachgewiesenen Vorteile und der klaren Sicherheitsdaten können impfberechtigte Personen – vor allem während der Familienplanung, Schwangerschaft und Stillzeit – der Corona-Schutzimpfung mit Vertrauen begegnen“, versichert Prof. Wiedermann.

stol

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