Während andere Krankenhäuser in Südtirol ihre Parkplätze deutlich günstiger anbieten und zudem eine zeitlich gestaffelte Abrechnung ermöglichen – meist im Halbstundentakt –, bleibt Bozen bei einer vollen Stundenverrechnung. Eine Entscheidung, die nicht überall auf Verständnis stößt.
„Unfreiwillige Benachteiligung“ der Bozner Krankenhausnutzer
Kritiker sprechen von einer klaren Benachteiligung der und Nutzer des Bozner Spitals. Der Parkplatz werde nicht aus Vergnügen genutzt, sondern aus realer Notwendigkeit – häufig von Menschen, die zu den vulnerableren Bevölkerungsgruppen zählen: Angehörige von stationär aufgenommenen Personen oder und Bürger, die zu Visiten oder Therapien kommen und sich ohnehin in einer belastenden Situation befinden.Die Kritik lautet: Man nutze die Not der Betroffenen aus, um eine deutliche Tariferhöhung durchzusetzen.
Forderung nach zeitlich flexibler Abrechnung
Besonders unverständlich erscheint vielen, warum die Parkverwaltung weiterhin auf volle Stunden setzt, obwohl eine flexiblere Lösung technisch problemlos möglich wäre.Bereits heute reduziert sich der Tarif automatisch nach vier Stunden Parkzeit. Eine Abrechnung in kleineren Einheiten – etwa alle zehn oder zumindest alle 15 Minuten – wäre daher ohne großen Aufwand umsetzbar, so die Argumentation.
Erste halbe Stunde bleibt gratis – aber das reicht vielen nicht
Positiv aufgenommen wird immerhin, dass die erste halbe Stunde weiterhin kostenlos bleibt. Sie soll vor allem jenen entgegenkommen, die lediglich Befunde oder Dokumente abholen – eine Gruppe, die jedoch nur einen kleinen Teil der Gesamtnutzer ausmacht.Als wirklich entlastendes Signal gilt diese Maßnahme jedoch nicht. Das zentrale Anliegen der Kritiker bleibt die Einführung einer fairen, minutengenauen oder zumindest viertelstündlichen Tarifstruktur, die Patienten und deren Angehörige spürbar entlasten würde.

