Die Veranstaltung ist Teil der jährlichen Sensibilisierungskampagne der Carabinieri, die landesweit über die zunehmenden Betrugsversuche informiert. Besonders ältere Mitbürger geraten dabei immer häufiger ins Visier von Kriminellen, die mit raffinierten Methoden Vertrauen erschleichen und Geld oder Wertgegenstände erbeuten.
Bei der Veranstaltung waren auch Vizebürgermeister Lukas Mair und Vertreter lokaler Unternehmen anwesend – die Direktorin der Verbraucherzentrale Südtirol, Gunde Bauhofer, hielt einen Vortrag.
Betrüger nutzen oft erfundene Notlagen
Die Carabinieri berichteten, dass in den vergangenen Monaten ein deutlicher Anstieg von Betrugsversuchen zu verzeichnen sei. Dabei nutzen Täter oft psychologischen Druck und erfundene Notlagen – etwa angebliche Unfälle oder Verhaftungen von Angehörigen –, um ihre Opfer zu schnellen Entscheidungen zu drängen.Die Beamten erklärten, dass Betrüger oft geschickt mit glaubwürdigen Geschichten und überzeugender Sprache agieren. Ziel sei es, die Opfer zur Herausgabe von Geld, Schmuck oder Bankdaten zu bewegen.
Das wichtigste Mittel gegen solche Maschen bleibe die Aufklärung: Wer die gängigen Methoden kenne, könne sich besser schützen.
So kann man sich schützen
Die Carabinieri erinnerten daran, dass Ordnungskräfte niemals Geld oder Wertgegenstände verlangen. Weder Carabinieri noch Anwälte fordern Bargeld oder Schmuck, um eine angebliche rechtliche Situation zu lösen. Im italienischen Rechtssystem gibt es keine Kaution, um eine Verhaftung zu vermeiden.Ebenso rieten die Beamten dringend davon ab, persönliche Daten oder Bankinformationen telefonisch oder online weiterzugeben. Keine Behörde oder Bank fordert auf diesem Weg sensible Informationen an. Auch sollten Bürgerinnen und Bürger grundsätzlich vorsichtig sein, wenn Fremde an der Haustür klingeln und sich als Techniker, Beamte oder Bekannte ausgeben.
Wer eine verdächtige Geschichte hört – etwa von einem Angehörigen in Not – sollte zuerst selbst Kontakt mit Familienmitgliedern aufnehmen, bevor er handelt. Bei jeglichem Verdacht oder Unsicherheit gilt: lieber einmal mehr nachfragen. Im Zweifel sollte immer sofort der Notruf gewählt werden.
Die häufigsten Betrugsmaschen
Im Laufe des Abends erläuterten die Beamten die derzeit gängigsten Vorgehensweisen von Betrügern. Häufig melden sich angebliche Anwälte oder Carabinieri telefonisch und behaupten, ein Familienmitglied sei verhaftet oder in einen Unfall verwickelt. Um zu helfen, müsse sofort ein Geldbetrag gezahlt werden.Ebenfalls weit verbreitet ist die Masche des falschen Technikers: Eine Person gibt sich als Mitarbeiter eines Versorgungsunternehmens aus, verschafft sich Zutritt zur Wohnung und nutzt einen Moment der Unaufmerksamkeit, um Bargeld oder Schmuck zu stehlen. Auch der sogenannte Paket-Trick sorgt immer wieder für Schaden: Ein falscher Zusteller behauptet, ein Angehöriger habe ein Paket bestellt, und verlangt dafür eine Barzahlung.

