Dienstag, 11. November 2025

Immer mehr Menschen in Südtirol haben kein Zuhause

Immer mehr Menschen in Südtirol haben kein Zuhause oder leben in unsicheren Wohnverhältnissen. Darauf weist die Caritas heuer zu Beginn ihrer Kampagne „Not ist näher als du denkst" hin, die rund um den Caritas-Sonntag am 16. November stattfindet. Es wird dabei auf die zunehmende Wohnungsnot aufmerksam gemacht und die Bevölkerung um Solidarität und Spenden zu bitten.

„Wohnungsnot betrifft nicht mehr nur Menschen, die auf der Straße leben.“ - Foto: © APA / HANS KLAUS TECHT

In den Obdach- und Wohnungseinrichtungen der Caritas findet am Freitag, den 14. November, ein Tag der offenen Tür statt. „Wohnungsnot betrifft nicht mehr nur Menschen, die auf der Straße leben“, sagt Caritas-Direktorin Beatrix Mairhofer und betont: „Auch Alleinerziehende, Berufstätige mit niedrigem Einkommen, ältere und alleinlebende Menschen oder junge Erwachsene ohne familiären Rückhalt finden oft keine leistbare Wohnung oder tun sich schwer, ihre Wohnung zu halten.“


Beatrix Mairhofer. - Foto: © Caritas



Inzwischen ist es fast jeder dritte Klient der Caritas, die wegen Mietschulden oder Wohnkosten unsere Schuldenberatung aufsucht. Die durchschnittliche Schuldenhöhe im Bereich Wohnen liege bei rund 4.875 Euro pro Person und die Mietforderungen würden zusammengezählt mit Stand Ende September über 843.000 Euro betragen – davon 415.000 Euro bei privaten Vermietern und 390.000 Euro beim Wohnbauinstitut.

Voriges Jahr fanden in ihren Einrichtungen über 1.000 Menschen ein Dach über dem Kopf. Besonders auffällig ist der Anstieg bei den beherbergten Frauen, viele von ihnen sind Alleinerziehende. Die Caritas bitet nicht nur Unterkünfte, sondern auch individuelle Begleitung, psychosoziale Beratung und Perspektiven für einen würdevollen Neuanfang.

ansa/stol

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