Montag, 5. Januar 2026

Crans-Montana: Leichen von fünf jungen Italienern in Italien eingetroffen

Ein Transportflugzeug der italienischen Luftwaffe mit den sterblichen Überresten von fünf der sechs beim Brand ums Leben gekommenen italienischen Jugendlichen ist am Montag auf dem Militärflughafen Mailand gelandet. Sofia Prosperis Leichnam, die italienisch-schweizerische Jugendliche aus Lugano, wird nicht nach Italien überführt, da sie in der Schweiz bestattet wird.

Die Leichen wurden am heutigen Montag nach Italien überführt. - Foto: © ANSA / LUCA ZENNARO

Auf dem City-Airport Linate trafen die Särge der 16-jährigen Achille Barosi und Chiara Costanzo ein, während der Sarg ihres gleichaltrigen Freundes Giovanni Tamburi nach Bologna weitertransportiert wurde.
Für Achille Barosi wird in Mailand eine Trauerhalle in der Basilika Sant'Ambrogio eingerichtet, die Trauerfeier ist für Mittwoch geplant.

Der Leichnam des fast 17-jährigen Emanuele Galeppini wird am Nachmittag in seine Heimatstadt Genua überführt und in der Kapelle der Kapuzinerbrüder aufgebahrt. Der Staatsflug setzte anschließend seinen Flug nach Rom-Ciampino fort, wo der Sarg des 16-jährigen Riccardo Minghetti eintraf.


Foto: © ANSA / LUCA ZENNARO



Die Beisetzung von Sofia Prosperi, einer italienisch-schweizerischen Jugendlichen aus Lugano, findet hingegen in der Schweiz statt. Der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, teilte mit, dass die Beerdigungen den Familien auf Staatskosten angeboten werden.

Foto: © ANSA / LUCA ZENNARO



Hier erfahren Sie mehr zu den sechs italienischen Todesopfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana.

Gedenkminute am 7. Jänner in allen Schulen

An der Ankunft in Mailand-Linate nahmen mehrere hochrangige Vertreter aus Politik und Zivilschutz teil, darunter Senatspräsident Ignazio La Russa. Anwesend waren auch Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala sowie die Präsidenten der Regionen Lombardei, Attilio Fontana, Ligurien, Marco Bucci, und Emilia-Romagna, Michele De Pascale. Am 7. Jänner soll in allen italienischen Schulen eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer abgehalten werden.

Foto: © ANSA / LUCA ZENNARO



Nach Angaben des Krankenhauses Niguarda in Mailand werden dort derzeit elf Verletzte behandelt, überwiegend Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren. Sechs Patientinnen und Patienten befinden sich in ernstem Zustand auf der Intensivstation, drei von ihnen gelten als kritisch. Keiner der Betroffenen ist bislang außer Lebensgefahr. Die Behandlung werde mehrere Wochen dauern, teilte das Krankenhaus mit.

„Vermeidbare Tragödie“

Außenminister Antonio Tajani erklärte, die Sicherheitsmaßnahmen in dem Lokal in Crans-Montana, in dem der verheerende Brand ausgebrochen ist, seien offensichtlich unzureichend gewesen. Auch Botschafter Cornado sprach in einem Interview mit der römischen Tageszeitung La Repubblica von einer vermeidbaren Tragödie. Er verwies unter anderem auf brennbares Material an der Decke sowie unzureichend gekennzeichnete Notausgänge.

„Ich habe von den örtlichen Behörden erfahren, dass bekannt war, dass dieses Material brennbar und nicht feuerhemmend war“, sagte Cornado. Zudem sei ein Notausgang - falls vorhanden - schlecht gekennzeichnet gewesen und im Chaos nicht wahrgenommen worden. In Italien wären die Betreiber eines solchen Lokals längst in Haft, fügte er hinzu. Die Schweizer Behörden hätten ihm ihre volle Zusammenarbeit zugesichert, um die Ursachen der Tragödie rasch aufzuklären.

mit/stol

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