Mittwoch, 8. April 2026

Das Pflaster für die Seele nicht vergessen

„Während die Welt um uns aus den Fugen zu geraten scheint, lässt auch das Unbehagen vor der eigenen Haustür den Ruf nach Hilfe lauter werden.“ Ein Kommentar von „Dolomiten“-Redakteurin Miriam Wegmann.

Miriam Wegmann: „Scham, Unsicherheit und nicht zuletzt Wartezeiten von bis zu zwei Monaten machen den Weg zum Psychologen aber nach wie vor holprig.“

Südtirol ist ein fröhliches Land – zumindest, wenn man der Statistik glaubt. So fühlen sich laut einer ASTAT-Erhebung drei Viertel aller Südtiroler glücklich, und das Herz schlägt hierzulande offenbar etwas unbeschwerter als anderswo.

Doch während die Welt um uns aus den Fugen zu geraten scheint, lässt auch das Unbehagen vor der eigenen Haustür den Ruf nach Hilfe lauter werden.

Eine Entwicklung, auf die das Land bereits reagiert. Fast 100 Millionen Euro wurden 2024 für die psychische Gesundheit bereitgestellt. Scham, Unsicherheit und nicht zuletzt Wartezeiten von bis zu zwei Monaten machen den Weg zum Psychologen aber nach wie vor holprig.

Wer das Pflaster für die Seele vergisst, riskiert, dass Wunden nicht mehr heilen.
Miriam Wegmann


Während niederschwellige Angebote wie Basispsychologen in anderen Regionen längst üblich sind, hinkt man hierzulande noch hinterher.

Südtirol kann stolz sein auf sein Gesundheitssystem. Aber wer das Pflaster für die Seele vergisst, riskiert, dass Wunden nicht mehr heilen. Und dann entstehen Narben, die in der Gesellschaft sichtbar bleiben.

miriam.wegmann@athesia.it

stol

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