„Trotz Zusagen und Nachzahlungen gehen sie keinen Schritt zurück, eher verschärfen sie noch ihren Protest“, schreibt Anton Gruber. „[...] Sie verdienen heute schon mehr als ein normaler Arbeiter, der bei Wind und Wetter das ganze Jahr im Freien arbeiten muss.“
„Ich bin dafür, dass das Lehrergehalt angepasst wird – allerdings unter der Bedingung, dass der Berufsstand mehr arbeitet und sich die Arbeitszeit an andere Berufe angleicht“, schreibt auch Gerhard Resch.
„Ich habe kein Verständnis für die Proteste, weil sie zu Lasten der Kinder und Jugendlichen gehen, die durch die Pandemie schon belastet wurden. Als öffentliche Bedienstete sollte man sich bewusst sein, dass diese Maßnahmen nicht den Arbeitgeber, sondern die Kinder und ihre Familien treffen“, schreibt Michael Mayr. „Zudem wird durch die Initiativgruppen die Vertretungsrolle der Gewerkschaften geschwächt, was letztlich der Kategorie schadet und nicht nützt. Wenn den Lehrpersonen ihre Anliegen schon so wichtig sind, sollen sie streiken und die entsprechenden Lohneinbußen auf sich nehmen, wie es überall auf der Welt bei Arbeitskonflikten der Fall ist.“
Kurt Platter meint: „Der Landesrat hat es förmlich verschlafen. Seit Jahren wird von Seiten der Lehrerschaft das Gehaltsproblem kundgetan. Dass wir jetzt solche prekären Umstände in der Bildung haben, verdanken wir einzig und allein der heimischen Politik. Es ist sehr traurig, denn die Leidtragenden sind die Schülerschaft.“
„Die sollen genauso viele Stunden arbeiten wie alle in der Privatwirtschaft, mit genauso viel Urlaub, dann vergehen ihnen die Forderung. Sie sollen sich schämen“, findet Rosmarie Zoderer.
Es ist gut und recht, einen Inflationsausgleich zu fordern, aber mit Maß und Ziel“, findet Luis aus Hafling. „Wenn alle Berufsgruppen so radikal protestieren würden (Sanitätsmitarbeiter, Busfahrer, Altenheimmitarbeiter und sonstige Berufsgruppen), wüsste ich nicht, wo wir landen würden. Die Arbeitsbelastung ist bei manch anderen Bereichen viel höher, und diese verdienen um einiges weniger.“
„Mit diesem Protest sägen die Lehrer an dem Ast, auf dem sie selbst sitzen. Wer jungen Menschen lebendige Bildung verweigert, trifft mitten ins Herz dessen, was Schule ausmacht. Wenn Ausflüge, Projekte und gemeinsames Erleben bewusst als Druckmittel gestrichen werden, verlieren Kinder und Jugendliche jene Momente, die Lernen mit Freude, Begegnung und Sinn erfüllen“, so Werner Tasser aus St. Lorenzen. „So entsteht kein Zeichen des Zusammenhalts, sondern ein tiefer Riss zwischen Lehrern, Schülern und Gesellschaft. Am Ende bleibt Enttäuschung und das schmerzhafte Gefühl, dass ausgerechnet jene, die für Bildung stehen sollten, sie verraten haben.“
„Die Lehrer wollen mehr Geld? Gerne! Aber dann bitte leistungsbezogen und nach Arbeitsaufwand“, so Daniel aus Bozen. „Ich war selbst für kurze Zeit Lehrer und ich weiß, wovon ich spreche. Ich hoffe mal, dass dieses Theater bald aufhört.“
„Als ehemalige Lehrerin finde ich es sehr schade und auch ungerecht, dass die Schüler/innen diese missliche Lage austragen müssen, d. h. aufgrund der nicht fruchtbringenden Verhandlungen so hart die Folgen spüren. Es müssten doch Kompromisse gefunden werden!“, schreibt Elisabeth Santa.
„Die aktuelle Situation bestätigt die berechtigten Anliegen der Lehrkräfte – auch ich bin der Meinung, dass sie mehr Anerkennung und eine angemessene Vergütung verdienen. Was mir jedoch fehlt, ist eine inhaltliche Auseinandersetzung darüber, welchen konkreten Mehrwert sie bereit sind, zusätzlich für Schüler und Schule zu leisten. Es geht aus meiner Sicht nicht allein um das Gehalt, sondern ebenso um Vision, Qualität und Weiterentwicklung im Bildungswesen“, schreibt Manfred Mayr aus Andrian. „Die gewählte Methodik halte ich hingegen für grundlegend falsch. Der Konflikt wird auf dem Rücken jener ausgetragen, die keinerlei Verantwortung dafür tragen – nämlich Schüler und Eltern.“
„Ich finde das (die Proteste, Anm. d. Red.) falsch. Der Maiausflug war schon immer ein Highlight, auf das sich meine Kinder und ich das ganze Jahr gefreut haben!“, so Priska Locher.
„Ich kann die Proteste der Lehrer nicht verstehen, sie sollten einmal im Krankenhaus arbeiten – samstags, sonntags, an Feiertagen und das mit einem Gehalt der fünften Funktionsebene von 1.800 Euro netto“, gibt Laura Frenes zu bedenken.
„Warum müssen am Ende die Schüler draufzahlen?“, stellt sich Walter Totmoser die Frage.
„Bezüglich Vergleich zu Österreich: Dasselbe Gehalt? Ja. Dann aber auch dieselbe Anzahl an Unterrichtsstunden, wenn man bedenkt, dass die effektiven Unterrichtsstunden in Italien, also auch in Südtirol, im Vergleich zu anderen EU-Ländern wesentlich geringer sind“, gibt Federico Lavoriero aus Bozen zu bedenken.
„Die Lehrer sollten in den Weihnachts-, Oster- und Semesterferien jeden Tag in der Schule anwesend sein. Sie werden ja auch dafür bezahlt – und ihre Ferien können sie dann im Sommer genießen. Vielleicht kehrt dann wieder etwas Vernunft ein“, schreibt Kurt Gasser. Um eine Verwechselung zu vermeiden: Es handelt sich hier nicht um den ehemaligen Schuldirektor Kurt Gasser aus Brixen.
„Ich glaube, es wäre an der Zeit, mit den Protesten aufzuhören. Die Lehrer sollten sich auch mit den angestrebten Zahlungen zufriedengeben. Man kann Ziele in kleinen Schritten erreichen – nicht mit solchen Erpressungen und Methoden, die sie auf den Schultern unserer Kinder austragen wollen. Ich finde das unpassend und nicht professionell“, so Annamaria Huber.
„Es ist verständlich, dass auch Lehrer mehr Gehalt wollen. Dass diese Unzufriedenheit aber auf dem Rücken der Schüler ausgetragen wird, ist schlichtweg eine Frechheit. Gibt es wirklich keine andere Möglichkeit, Forderungen durchzusetzen?“, so Ottmar Leimgruber aus Kurtatsch.
„Ich bin Mutter von fünf Kindern, von denen vier noch schulpflichtig sind. Meine Kinder und ich finden es sehr schade und bedauern es, dass keine Ausflüge mehr stattfinden. Es ist unverschämt und zeigt keinerlei Rücksicht auf die Bedürfnisse der Kinder, besonders der jüngeren“, schreibt Christine Fuchs.
„Ich finde die Lehrerproteste richtig so“, schreibt Oswald Klammer aus Vintl.
„Die Lehrerproteste sind völlig verständlich, denn viel zu lange wurde die Problematik ignoriert“, findet auch Friedl Gantioler.
„Frag die Lehrerin, wie ein Ausflug honoriert wird, dann versteht ihr, warum die gestrichen werden“, gibt Heinrich Egger zu bedenken.
„Ich bin damit (mit dem Lehrerprotest, Anm. d. Red.) einverstanden, denn Herr Achammer und andere verhindern ständig entsprechende Gehaltserhöhungen und sind sich nicht bewusst, dass unsere Lehrer das Rückgrat für die Zukunft unserer Schüler sind. Zudem sind immer noch viele Lehrer ohne Berufsbefähigung tätig. Wohin soll das führen? Beim Dirigieren am Oktoberfest wurde Achammer abgebildet; es wäre sinnvoller, wenn Herr Achammer die Lehrerschaft dirigieren würde!“, schreibt Peter Koellensperger aus Bozen in seiner Stellungnahme.
„Ich finde es eine Schande, dass die Bevölkerung abstimmt und sich so in die Lehrer-Gehälter so einmischt. In keinem anderen Beruf findet so etwas statt, auch nicht bei den Gehältern der Landesregierung bzw. des Landeshauptmanns“, findet Nobert Lutz. „Das (der Protest, Anm. d. Red.) ist momentan die einzige Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Die Lehrer sind diejenigen, die unsere Kinder und Nachkommen erziehen und sie in eine gute Ausbildung lenken. Deshalb sollte man nicht auf diese Personen treten und sie als Sünder abstrafen. Besser wäre es, sie zu verstehen und ihnen weiterzuhelfen, denn sie sollten wieder einen angemessenen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben.“
„Es ist schlimm, wie mit den Gehältern gespielt wird, während die Politiker immer aus dem Vollen schöpfen und die Armen immer ärmer werden, macht nur weiter so!“, ärgert sich Erwin Auer.
„Ich bin Skilehrer und weiß, wie viel Anstrengung und Energie es braucht, um eine gute Unterrichtsstunde zu gestalten“, schreibt Matthias Steinmair aus Olang. „Die Lehrer/innen in den Schulen müssen sich täglich abseits des Unterrichts für den Unterricht vorbereiten. Das heißt täglich zwischen zwei bis vier Stunden. Wenn man das zusammenrechnet, macht das die Woche ca. 15 Stunden extra aus. Insgesamt wären das zwischen 35 und 40 Stunden die Woche. Für diesen Aufwand beträgt der Grundlohn 1.200 Euro. Das ist weit unter dem, was Arbeitsaufwand, Können, Verantwortung und vieles mehr gerechtfertigt ist. Der Landesregierung sollte die Bildung der Kinder mehr wert sein, denn das ist unsere Zukunft!“
„Wer in Bozen und Rom keinen Finger zur Beseitigung des unzeitgemäßen IRPEF-Privilegs für die Landwirtschaft rührt, scheint genug Geld in der Kasse zu haben. Somit sollte es für das Land keinen vernünftigen Grund geben, der Lehrerschaft eine höchst notwendige Gehaltserhöhung zu verwehren. Wer bei den Lehrergehältern spart, spart an der Zukunft unserer Gesellschaft“, so Thomas Egger aus Sterzing.
„Es ist beschämend, dass die Landesregierung nicht im Stande ist, die Gehälter der Lehrer anzupassen. Das ist nicht zu verstehen. Bei den Gehältern der Politiker ist es kein Problem. Die nächsten Wahlen werden es ihnen hoffentlich zeigen“, findet Sebastian Reiterer.
„Bei einem Protest muss immer einer leiden. In diesem Fall sind es die Schüler. Die Politiker erhöhen sich immer wieder ihre Gehälter, ohne mit der Wimper zu zucken. Dass dadurch der Unmut in der Bevölkerung wächst, ist keine Überraschung. Bei den Coronamaßnahmen hat es auch die Schüler hart getroffen. Bei der Jugend kann man sich ja etliches erlauben […]“, schreibt Karin Pardatscher.
„Die Lehrpersonen haben schon recht, da sie wenig Einkommen haben. Aber Eltern mit Kindern sollten dann einfach die Schule schwänzen und zusammen einen schönen Ausflug machen“, so Konrad Mairhofer.
Auch Elmar Thaler aus Tramin findet, dass „die Lehrer recht haben [...] Magdalena Amhof soll ihr Gehalt bzw. jenes ihrer Vorgängerin und das der Führungskräfte beim Land hernehmen, den Prozentsatz ausrechnen, den diese beiden Gruppen in den letzten zehn Jahren mehr bekommen haben, und dann das monatliche Durchschnittsgehalt eines Lehrers vor zehn Jahren nehmen und die Differenz zum heutigen Durchschnittsgehalt eines Lehrers ausrechnen. Erst dann sollte Frau Amhof das Recht haben, über etwaige Unzufriedenheiten der staatlich besoldeten Lehrer zu urteilen.“
„Als langjährige ehemalige Grundschullehrerin brennt es mir unter den Nägeln, mich zu dieser sogenannten Problematik zu äußern“, schreibt Marlene Zwerger. „Es verwundert mich immer wieder, wie wenig Außenstehende von der Arbeit im Lehrberuf wissen. Wir sind vielleicht nicht physisch, aber aufgrund des gesellschaftlichen Wandels und der ausufernden, negativ geprägten Haltung vieler Eltern psychisch stark belastet. Schule soll heutzutage alles leisten [...] Jede Unterrichtsstunde will gut vorbereitet und – je nach Fachbereich – nachbereitet und korrigiert werden. Nach Unterrichtsschluss nehmen wir persönliche Problematiken der Kinder oft mit nach Hause. Es beschäftigt uns sehr, und wir versuchen stets, die bestmöglichen Lösungen zu finden. Die psychische Herausforderung einer Lehrperson ist enorm. Gute Bildung ist das Fundament für die Gesellschaft von morgen. Gut geleistete Arbeit muss daher entsprechend honoriert und entlohnt werden!“
„Seit Jahren wird das Problem der unzureichenden Bezahlung und prekären Beschäftigung von Lehrkräften in Südtirol ignoriert. Es ist nicht akzeptabel, dass gut ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen trotz abgeschlossenem Studium jahrelang auf eine feste Anstellung warten und dabei mit unangemessen niedrigen Gehältern auskommen müssen“, so Peter Paris. „Anstatt auf die berechtigten Anliegen der Lehrkräfte einzugehen, droht die Landesregierung nun sogar, die Lohnverhandlungen bei fortgesetzten Protesten auszusetzen. [...] Es ist höchste Zeit, dass die Landesregierung Verantwortung übernimmt und die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer endlich gerecht anerkennt.“
„Jeder und jede möchte für seine Arbeit eine angemessene Entlohnung. Ich höre ständig von Lohnerhöhungen, eigentlich in jeder Sparte – u. a. auch bei den Lehrpersonen“, schreibt Ida Thaler. „Deshalb war ich verblüfft, als ich von den Protestmaßnahmen hörte – sprich: keine Ausflüge mehr mit den Schülern! Das hat mich wirklich geschockt. [...] Wie gesagt, ich verstehe, dass der Lohn der geleisteten Arbeit passen soll. Ich finde es jedoch ganz und gar nicht richtig, dass diese Proteste auf dem Rücken der Schüler ausgetragen werden. Ich bin selbst berufstätig, arbeite im Pflegebereich, und ich könnte es nie mit meinem Gewissen vereinbaren, nur das Nötigste für meine Patienten zu leisten. Deshalb bitte ich: Setzt euch – Lehrerkollegium und Landesregierung – an einen Tisch, sprecht über eure Anliegen und Möglichkeiten und vergesst dabei nicht, auch die Zufriedenheit der Schüler einzubeziehen.“
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