Mittwoch, 1. Oktober 2025

Haben Sie schon einmal depressive Phasen durchlebt?

Am heutigen 1. Oktober wird europaweit auf eine der häufigsten psychischen Erkrankungen aufmerksam gemacht: die Depression. Auch Südtirol beteiligt sich seit 2004 am Europäischen Tag der Depression. Heute gilt die Krankheit längst nicht mehr als Tabu – doch noch immer leiden Betroffene im Stillen.

Laut der staatlichen Gesundheitsbefragung PASSI leiden in Südtirol 3,6 Prozent der Bevölkerung unter depressiven Symptomen. - Foto: © picture alliance/dpa / Julian Stratenschulte

Laut der staatlichen Gesundheitsbefragung PASSI leiden in Südtirol 3,6 Prozent der Bevölkerung unter depressiven Symptomen. Drei von vier Erkrankten in Südtirol suchen sich Unterstützung.

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Südtirol begeht den Europäischen Tag der Depression seit 2004. Damals war das Thema in Italien noch ein Tabu.

Heute ist das anders: Neben den Info-Ständen an den Südtiroler Krankenhäusern liegen Broschüren wie „Depression – was tun?“ aus. Finanziert wurden sie von Südtirols Rotariern. Der Apothekerverband verteilt sie zusätzlich landesweit.

In Brixen richtet die Klinik eine „Beratungsecke Depression“ ein: Am heutigen Vormittag spricht ein Betroffener, am Nachmittag beantwortet Psychiatrie-Primar Roger Pycha Fragen.

Volkskrankheit mit Milliardenkosten

Depression gilt laut WHO als die Erkrankung, die weltweit die meisten gesunden Lebensjahre raubt – und ganze Volkswirtschaften belastet. Allein in hochentwickelten Ländern verschlinge sie rund ein Prozent des Bruttosozialprodukts.

In Europa sind im Schnitt fünf Prozent der Erwachsenen jederzeit betroffen, Frauen doppelt so häufig wie Männer. In Großstädten liegt die Rate bei zehn Prozent. Ursachen sind vielfältig: genetische Faktoren, frühe Traumata – und die Zumutungen der Leistungsgesellschaft.

Die Symptome reichen von Antriebslosigkeit und innerer Leere bis zu körperlichen Beschwerden wie Schmerzen, Schwindel oder Haarausfall. Behandelt wird mit einer Kombination aus Psychotherapie, Medikamenten und Selbsthilfegruppen.

An diese Stellen können Sie sich wenden

Im Notfall stehen Hausärzte, psychiatrische Dienste und die Notaufnahmen der vier Krankenhäuser bereit.

Unter der Nummer 112 erreicht man rund um die Uhr den psychiatrischen Bereitschaftsdienst.

Zusätzlich bietet das psychologische Krisentelefon (800 101 800) Hilfe.

Auch die Zivilgesellschaft spielt eine tragende Rolle: Die Caritas-Telefonseelsorge,„Telefono amico“ oder das Jugendtelefon „Young and direct“ bieten Gespräche an.

Betroffenen- und Angehörigengruppen organisiert die Vereinigung „Lichtung/Girasole“ sowie der Verein „Ariadne“.

stol

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