Der Succus in einem Satz: Eine koordinierte Gesamtstrategie ist heute wichtiger denn je, die Institutionen und unterschiedlichen Akteure müssen die Aufgaben im Verbund stemmen und die verfügbaren Ressourcen des Territoriums bestmöglich nutzen. Michael Oberhuber, Direktor des Versuchszentrums Laimburg, macht es an einem Beispiel deutlich: „Es zählt zu unseren Aufgaben, unmittelbar die Probleme zu lösen – man denke hier nur an die invasiven Schädlinge und deren Bekämpfung –, allerdings müssen wir auch Innovationen vorantreiben und das Gespür für künftige Entwicklungen kultivieren. Wie das funktionieren kann, hat uns im Grunde genommen Weinbaupionierin Barbara Raifer mit ihrem langjährigen Einsatz und ihrem Fachwissen bereits aufgezeigt.“
Wohl keine Person verkörpert besser die 50 Jahre des Versuchszentrums Laimburg als eben Barbara Raifer. Die Agrarwissenschaftlerin war mehr als 40 Jahre an der Laimburg tätig, von 1995 bis zum Frühjahr 2025 leitete sie ebendort den Fachbereich Weinbau. Sie blickt auf die schwierigen Anfangsjahre zurück: „In den 1970er- und 1980er-Jahren waren wir im Weinbau an einem Tiefpunkt angelangt und es war klar: Entweder es ändert sich etwas, oder wir gehen zugrunde. Wir waren imstande, so einiges zu ändern.“
Und so setzten sich in den heimischen Weinbergen die Begriffe Sortenvielfalt und Mengenreduzierung durch, zugleich mussten immer wieder abrupt auftretende Problematiken wie etwa einst die Essigfäule oder heutzutage invasive Schädlinge angegangen werden. Folglich stehen 50 Jahre Versuchszentrum Laimburg auch für 50 Jahre Problemlösungskompetenz sowie 50 Jahre Innovationsfreudigkeit.
Darauf beriefen sich gestern auch die Podiumsdiskussionen und die Vorstellung von Erfolgsgeschichten in der angewandten Forschung. Die Themen und Herausforderungen der Zukunft mögen zwar völlig andere sein – etwa Digitalisierung oder neue Markterfordernisse –, die Herangehensweise hingegen erfordert wie gehabt eine Mischung aus Neugier, Leidenschaft und Qualitätsbewusstsein.

