Dienstag, 4. November 2025

Versuchszentrum Laimburg als Triebfeder der Forschung

Das Augenmerk der über 200 Symposiumsgäste zum 50-jährigen Bestehen des Versuchszentrums Laimburg galt längst nicht nur der Vergangenheit. Heute müssten mehr denn je alle verfügbaren Ressourcen mobilisiert werden, um in puncto Forschung wettbewerbsfähig zu bleiben, so der allgemeine Tenor des gestrigen Zusammentreffens im NOI Techpark.

An die 200 Teilnehmer lauschten Vorträgen und Diskussionsrunden. - Foto: © az

Man schrieb den 3. November 1975, als das Versuchszentrum Laimburg mit Landesgesetz Nr. 53 offiziell als erste Forschungsanstalt in Südtirol gegründet wurde. Das runde Jubiläum, das unter dem Titel „Wissenschaft im Dialog“ lief, war für die Gäste aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Wirtschaft und Politik natürlich ein Anlass zum Feiern, sehr wohl verabsäumte man es nicht, eine kritische Standortbestimmung mitsamt Zukunftsausblicken zu betreiben.

Der Succus in einem Satz: Eine koordinierte Gesamtstrategie ist heute wichtiger denn je, die Institutionen und unterschiedlichen Akteure müssen die Aufgaben im Verbund stemmen und die verfügbaren Ressourcen des Territoriums bestmöglich nutzen. Michael Oberhuber, Direktor des Versuchszentrums Laimburg, macht es an einem Beispiel deutlich: „Es zählt zu unseren Aufgaben, unmittelbar die Probleme zu lösen – man denke hier nur an die invasiven Schädlinge und deren Bekämpfung –, allerdings müssen wir auch Innovationen vorantreiben und das Gespür für künftige Entwicklungen kultivieren. Wie das funktionieren kann, hat uns im Grunde genommen Weinbaupionierin Barbara Raifer mit ihrem langjährigen Einsatz und ihrem Fachwissen bereits aufgezeigt.“

Michael Oberhuber - Foto: © az


Wohl keine Person verkörpert besser die 50 Jahre des Versuchszentrums Laimburg als eben Barbara Raifer. Die Agrarwissenschaftlerin war mehr als 40 Jahre an der Laimburg tätig, von 1995 bis zum Frühjahr 2025 leitete sie ebendort den Fachbereich Weinbau. Sie blickt auf die schwierigen Anfangsjahre zurück: „In den 1970er- und 1980er-Jahren waren wir im Weinbau an einem Tiefpunkt angelangt und es war klar: Entweder es ändert sich etwas, oder wir gehen zugrunde. Wir waren imstande, so einiges zu ändern.“

Barbara Raifer - Foto: © az


Und so setzten sich in den heimischen Weinbergen die Begriffe Sortenvielfalt und Mengenreduzierung durch, zugleich mussten immer wieder abrupt auftretende Problematiken wie etwa einst die Essigfäule oder heutzutage invasive Schädlinge angegangen werden. Folglich stehen 50 Jahre Versuchszentrum Laimburg auch für 50 Jahre Problemlösungskompetenz sowie 50 Jahre Innovationsfreudigkeit.

Darauf beriefen sich gestern auch die Podiumsdiskussionen und die Vorstellung von Erfolgsgeschichten in der angewandten Forschung. Die Themen und Herausforderungen der Zukunft mögen zwar völlig andere sein – etwa Digitalisierung oder neue Markterfordernisse –, die Herangehensweise hingegen erfordert wie gehabt eine Mischung aus Neugier, Leidenschaft und Qualitätsbewusstsein.

az

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