Diffuse Verkaufsstellen und Social-Media-Methoden
„Die klassische Drogen-Piazza, so wie wir sie noch vor ein paar Jahren kannten, existiert nicht mehr“, beschreibt Missiani. Heute spreche man von einem zerstreuten Drogenumschlagplatz: „Es gibt keinen Dealer mehr, der am Laternenpfahl auf Kunden wartet, sondern ein dichtes Netz von Dealern, die oft auf E-Scootern unterwegs sind und Drogen an verschiedenen Punkten ausliefern.“Wobei die Dealer laut dem Experten häufig nur kleine Mengen an Drogen auf den E-Scootern transportieren. Dadurch würden sie verhindern, im Falle einer Kontrolle als Drogenhändler eingestuft zu werden.
Spitze der Pyramide: Albanische Mafia
„Den größten Teil des Drogenmarktes in Südtirol kontrolliert die albanische Kriminalität“, sagt Missiani. „Dies geht auch aus dem Bericht der Anti-Mafia-Direktion hervor. In der Drogenkette steht die albanische Mafia direkt hinter den klassischen italienischen Organisationen.“ Sie kontrolliere den Einkauf der großen Mengen und überlasse den Kleinhandel afrikanischen oder nordafrikanischen Dealern.Gefährliche Substanzen für Konsumenten
Neben den Methoden des organisierten Drogenhandels verändert sich auch die Ware selbst. „Sowohl Kokain als auch Haschisch und Marihuana sind heute deutlich stärker konzentriert“, warnt er.
Versorgung und Routen
Die Drogen kommen laut dem Kommandanten hauptsächlich aus Norditalien. „Die Beschaffungszentren liegen nicht nur in Mailand, sondern auch in Bologna.“ Dafür, dass ein Teil des Drogenverkehrs über den Brenner aus Österreich erfolge, dafür liegen laut dem Experten keine Beweise vor: „Wir führen regelmäßig Kontrollen am Brenner durch, haben aber keine Hinweise, dass Drogen dort über die Grenze gelangen“, so Missiani.Die Transporte erfolgen meist mit dem Auto, selten mit dem Bus. Festnahmen von Kurieren großer Mengen hätten gezeigt, dass es sich überwiegend um Albaner handelte.

