Mittwoch, 11. März 2026

Die neuen Wege der Verbrecher: Wenn der Dealer auf dem E-Scootern kommt

Die Wege der Kriminellen verändern sich, ihre Methoden werden immer ausgeklügelter – und die Bekämpfung zunehmend komplexer. Klassische Dealer, die auf Kunden am Laternenpfahl warteten, werden zunehmend von Händlern auf E-Scootern ersetzt. Oberstleutnant Daniele Missiani, Kommandant von der Finanzpolizei Bozen, gibt Einblicke in die immer ausgeklügelteren Methoden der Drogendealer und ihre Drahtzieher.

Neben den Methoden des organisierten Drogenhandels verändert sich auch die Ware selbst. „Sowohl Kokain als auch Haschisch und Marihuana sind heute deutlich stärker konzentriert“, warnt Oberstleutnant Daniele Missiani,. - Foto: © shutterstock

Die albanische und balkanische Mafia sind hierbei Schlüsselakteure im Drogenhandel im großen Stil, während afrikanische Gruppen meist den Kleinhandel bedienen. Das berichtet Oberstleutnant Daniele Missiani, Kommandant der Finanzpolizei Bozen, gegenüber der italienischen Tageszeitung „Alto Adige“. Missiani ist zuständig für die Hundestaffel zur Drogenbekämpfung sowie für die „Baschi Verdi“, eine spezialisierte Einheit der Finanzpolizei, die insbesondere für Anti-Terror- und Sicherheitsaufgaben ausgebildet ist und bei komplexen Einsätzen im In- und Ausland eingesetzt wird.

Diffuse Verkaufsstellen und Social-Media-Methoden

„Die klassische Drogen-Piazza, so wie wir sie noch vor ein paar Jahren kannten, existiert nicht mehr“, beschreibt Missiani. Heute spreche man von einem zerstreuten Drogenumschlagplatz: „Es gibt keinen Dealer mehr, der am Laternenpfahl auf Kunden wartet, sondern ein dichtes Netz von Dealern, die oft auf E-Scootern unterwegs sind und Drogen an verschiedenen Punkten ausliefern.“

Wobei die Dealer laut dem Experten häufig nur kleine Mengen an Drogen auf den E-Scootern transportieren. Dadurch würden sie verhindern, im Falle einer Kontrolle als Drogenhändler eingestuft zu werden.

Spitze der Pyramide: Albanische Mafia

„Den größten Teil des Drogenmarktes in Südtirol kontrolliert die albanische Kriminalität“, sagt Missiani. „Dies geht auch aus dem Bericht der Anti-Mafia-Direktion hervor. In der Drogenkette steht die albanische Mafia direkt hinter den klassischen italienischen Organisationen.“ Sie kontrolliere den Einkauf der großen Mengen und überlasse den Kleinhandel afrikanischen oder nordafrikanischen Dealern.
Gefährliche Substanzen für Konsumenten

Neben den Methoden des organisierten Drogenhandels verändert sich auch die Ware selbst. „Sowohl Kokain als auch Haschisch und Marihuana sind heute deutlich stärker konzentriert“, warnt er.

Versorgung und Routen

Die Drogen kommen laut dem Kommandanten hauptsächlich aus Norditalien. „Die Beschaffungszentren liegen nicht nur in Mailand, sondern auch in Bologna.“ Dafür, dass ein Teil des Drogenverkehrs über den Brenner aus Österreich erfolge, dafür liegen laut dem Experten keine Beweise vor: „Wir führen regelmäßig Kontrollen am Brenner durch, haben aber keine Hinweise, dass Drogen dort über die Grenze gelangen“, so Missiani.

Die Transporte erfolgen meist mit dem Auto, selten mit dem Bus. Festnahmen von Kurieren großer Mengen hätten gezeigt, dass es sich überwiegend um Albaner handelte.

mir

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