Herausforderung Datenübertragung
„Viele dieser Tools sind auf Südtirols Almen bereits im Einsatz“, sagte Greta Fichter von der Abteilung Innovation im SBB. Im Projekt INNOAlm prüft der Bauernbund gemeinsam mit Partnern, welche Technologien wirklich alltagstauglich sind und wie sie optimal kombiniert werden können. Eine Herausforderung ist oft die Datenübertragung: „Wo das Mobilfunknetz nicht reicht, braucht es mobile Sendemasten“, erklärte Roberto Monsorno von Eurac Research.Langfristig erhofft man sich zudem Erkenntnisse aus der Verknüpfung der Daten mehrerer Almen – etwa für ein gezielteres Weidemanagement oder Hinweise zur Tiergesundheit. Wie digitale Hilfsmittel die Arbeit konkret erleichtern, berichtete Günther Pernthaler, Obmann der Kofelalm in Villnöß. Die hochgelegene Schafalm ist nur zu Fuß erreichbar, weshalb die Standortmelder eine spürbare Entlastung bringen.
Technik allein löst nicht alle Probleme
“Unser Hirte kann die Herde besser überwachen und einzelne Tiere leichter auffinden, besonders trächtige Schafe, die sich oft abseits halten“, so Pernthaler. Doch Technik allein löst nicht alle Probleme: Die größte Belastung bleibe das abendliche Einpferchen zum Schutz vor Wölfen. Pernthaler lobte den jungen Hirten der Alm, der als Quereinsteiger sehr engagiert sei und neue Technologien gern ausprobiere.Digitale Hilfsmittel könnten helfen, die Weiden besser zu nutzen
Auf den Personalmangel wies Thomas Zanon von der Agrarfakultät der Universität Bozen hin. Digitale Hilfsmittel könnten helfen, die Weiden besser zu nutzen, doch die Grundlagenarbeit müsse weiterhin vor Ort erledigt werden. „Viele Flächen werden ungleich beweidet“, so Zanon. Sein Forschungsteam entwickelt Indikatoren, um eine gleichmäßige Bestoßung sichtbar zu machen. Eine gleichmäßige Beweidung sei essenziell, um Gunstlagen vor Überweidung zu schützen und Randflächen nicht zu vernachlässigen. Nur so könne die Almwirtschaft ihre vollen Leistungen erbringen, die, so Zanon, beachtlich sind: von Tiergesundheit über Landschaftspflege bis hin zur Biodiversität und anderen Ökosystemleistungen.Einig war sich das Podium schließlich in einem Punkt: Digitale Helfer können wertvolle Unterstützung leisten, doch ersetzen können sie den Tierhalter und die tägliche Tierkontrolle nicht.

