Freitag, 25. Juli 2025

Drei Tote bei schwerem Arbeitsunfall in Neapel

Ein schwerer Arbeitsunfall hat heute Morgen in Neapel drei Menschenleben gefordert. Der Vorfall ereignete sich im Stadtteil Arenella. Die Tragödie soll durch das plötzliche Kippen eines Hebekorbs verursacht worden sein, der sich bereits auf Höhe der Dachterrasse eines siebenstöckigen Gebäudes befand. Die Opfer stürzten in die Tiefe und waren sofort tot.

Der Unfall ereignete sich an einem Wohngebäude, an dem Arbeiten zur Erneuerung der Dachabdichtung durchgeführt wurden. - Foto: © ANSA / CESARE ABBATE

Der Unfall ereignete sich an einem Wohngebäude, an dem Arbeiten zur Erneuerung der Dachabdichtung durchgeführt wurden. Vor Ort trafen neben dem Rettungsdienst auch Einsatzfahrzeuge der Polizei ein. Nach ersten Erkenntnissen befanden sich die drei Arbeiter im Hebekorb auf dem Aufstieg zur Dachterrasse, als dieser aus bisher ungeklärten Gründen plötzlich kippte und die Männer in die Tiefe stürzten.


Foto: © ANSA / CESARE ABBATE



Die Polizei und das Arbeitsinspektorat sammelten Beweise zur Klärung der Unfallursache. Auch die Feuerwehr war zur Sicherung der Unfallstelle im Einsatz. Die wahrscheinlichste Hypothese ist derzeit, dass ein Bolzen des gemieteten mobilen Bauaufzugs versagte, wodurch der Korb plötzlich kippte und die drei Arbeiter rund 20 Meter in die Tiefe stürzten.


Foto: © ANSA / CESARE ABBATE



Es laufen auch Untersuchungen zu den Sicherheitsvorkehrungen, etwa ob die Arbeiter mit Sicherheitsgurten am Korb gesichert waren, und zu weiteren vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen. „Es ist ein stiller Krieg, der weiter das Baugewerbe heimsucht“, erklärten die Abgeordneten der Demokratischen Partei (PD), Marco Sarracino, Sandro Ruotolo und Arturo Scotto. „Oft handelt es sich um ältere Arbeiter, die enormen Risiken ausgesetzt sind und nur unzureichend geschützt werden. Im Jahr 2025 auf diese Weise zu sterben, ist einer zivilisierten Nation unwürdig.“


Foto: © ANSA / CESARE ABBATE



Die Parlamentarier fordern einen grundlegenden Kurswechsel: „Mehr Kontrollen und mehr Inspektoren sind dringend notwendig. Vor allem aber braucht es eine Revolution im Vergabesystem. Die Hauptauftragnehmer müssen entlang der gesamten Produktionskette Verantwortung übernehmen. Zudem muss jede Form von unsicheren Arbeitsverhältnissen abgeschafft werden, da sie einer der Hauptgründe für Unsicherheit ist“, betonten die Parlamentarier.

Abschließend betonen die Abgeordneten: „Sicherheit am Arbeitsplatz darf nicht als Kostenfaktor betrachtet werden, sondern muss als Investition gelten. Es darf nicht sein, dass Menschen bei der Arbeit sterben.“

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