Mittwoch, 14. Mai 2025

Ein Blick hinter die Kulissen des Tierheims Obervintl

Man stellt sich das Leben im Tierheim oft unterschiedlich vor: Manche denken an fröhliche Hunde, die den ganzen Tag spielen, andere an traurige Tiere hinter Gittern. Doch wie sieht der Alltag aus? Im Rahmen eines Maturaprojekts der Landesberufsschule Gutenberg in Bozen haben zwei Schülerinnen das Tierheim Obervintl besucht, um hinter die Kulissen zu blicken.

Die zwei Schülerinnen Vanessa Baumgartner und Melanie Mayer der Landesberufsschule Gutenberg in Bozen.


Das Tierheim Obervintl betreut durchschnittlich 40 bis 60 Tiere – hauptsächlich Hunde und Katzen. Besonders im Frühjahr steigt die Zahl der aufgenommenen Tiere stark an, da viele Jungtiere intensive Pflege benötigen. Die Vermittlung der Tiere erfolgt mit großer Sorgfalt: Interessierte dürfen das Tier vor Ort kennenlernen, füllen ein Formular aus und können eine zehntägige Probezeit nutzen. Eine kleine Schutzgebühr unterstützt dabei, die Versorgung der Tiere zu finanzieren.

Umfassende Beratung bei Adoption

Im Gespräch mit dem Leiter des Tierheims, Herrn Josef Kuen, wurde klar, wie wichtig der offene Umgang mit potenziellen Tierhaltern ist. Wer ein Tier adoptieren möchte, wird umfassend über dessen Charakter, mögliche Ängste oder besondere Bedürfnisse informiert. Für die Hunde ist täglicher Auslauf selbstverständlich, und auch die Katzen haben ausreichend Bewegungsfreiheit.

Eine spezielle Ausbildung ist für die Arbeit im Tierheim zwar nicht vorgeschrieben, doch Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und Erfahrung im Umgang mit Tieren sind unerlässlich – vor allem im Umgang mit ängstlichen oder traumatisierten Tieren, die oft viel Geduld und Zeit benötigen, bis sie Vertrauen fassen.

Persönliche Kennenlernphasen möglich

Auffällig ist: In den letzten Jahren kommen weniger Welpen ins Tierheim. Besonders ältere Tiere warten oft länger auf ein neues Zuhause. Um sicherzustellen, dass Tier und Mensch gut zueinander passen, bietet das Tierheim persönliche Kennenlernphasen an: Spaziergänge, Gespräche und die Probezeit helfen dabei, eine wohlüberlegte Entscheidung zu treffen.

Die Mitarbeiter engagieren sich tagtäglich mit viel Herz, Engagement und Ausdauer, um den Tieren eine möglichst angenehmes Zuhause zu bieten.

stol

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden