„Frauengesundheit mehr Aufmerksamkeit schenken“
Landeshauptmann Arno Kompatscher betonte, dass es kein Zufall sei, dass Frauen Jahrhunderte lang leiden mussten, ohne dass der Krankheit Endometriose Beachtung geschenkt wurde: „Das ist auch einer patriarchalisch aufgebauten Welt geschuldet. Umso wichtiger ist es, dass unter anderem im Südtiroler Gleichstellungsaktionsplan Æquitas verankert ist, dass wir der Frauengesundheit und noch zu wenig bekannten Krankheiten mehr Aufmerksamkeit schenken müssen.“Kampagne: Plakate und Flyern sowie Social-Media-Grafiken in vier Sprachen
„Endometriose betrifft viele Frauen, die lange im Stillen leiden und die eine Diagnose spät oder gar nicht erhalten. Diese Kampagne ist beispielhaft für unser Ziel, in der Gesundheitspolitik weg vom krankheitszentrierten Ansatz und hin zur Vorsorge zu gehen“, lobte Gesundheitslandesrat Hubert Messner die Initiative, die von der Abteilung Gesundheit des Landes Südtirol, vom Südtiroler Sanitätsbetrieb, der Endometriose-Vereinigung „Noi con voi“ und der Südtiroler Apothekerkammer mitgetragen wird.Die nun gestartete Sensibilisierungskampagne umfasst Plakate und Flyern sowie Social-Media-Grafiken in vier Sprachen (deutsch, italienisch, englisch und ladinisch) um alle Frauen zu erreichen. Mit dem Infomaterial wird dazu animiert, bei monatlichen, starken Schmerzen den Facharzt bzw. die Fachärztin aufzusuchen.
Aus ärztlicher Sicht beleuchteten der Primar der Gynäkologie sowie Leiter der Fachambulanz „Endometriose“ am Krankenhaus Bozen, Martin Steinkasserer und die Primaria der Gynäkologie am Krankenhaus Brixen, Sonia Prader, die chronische Erkrankung, bei der meist Schmerzen auftreten und Gewebe, das der Gärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst. Da dieses Gewebe hormonempfindlich ist, kann es zu Schmerzen im Unterleib, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Verdauungsprobleme sowie verminderter Fruchtbarkeit kommen. Statistisch ist eine von zehn Frauen im fruchtbaren Alter von der Erkrankung betroffen.

