Dienstag, 17. Februar 2026

Entwaffnung der Hisbollah im Libanon verzögert sich wohl

Die libanesische Armee braucht nach Angaben der Regierung in Beirut noch mindestens vier Monate für die Umsetzung der zweite Phase des Plans zur Entwaffnung der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Süden des Landes. Dieser Zeitrahmen könne sich je nach „verfügbaren Kapazitäten, israelischen Angriffen und Hindernissen vor Ort verlängern“, sagte der libanesische Informationsminister Paul Morcos auf einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung am Montag.

Wie schnell es geht, hängt auch von Hisbollah-Führer Naim Qassem ab. - Foto: © APA/AFP / JOSEPH EID


Im vergangenen Monat hatte die libanesische Armee erklärt, die erste Phase der Entwaffnung der Hisbollah abgeschlossen zu haben. Diese deckt das Gebiet zwischen dem Fluss Litani und der israelischen Grenze rund 30 Kilometer weiter südlich ab.

Die zweite Phase betrifft das Gebiet zwischen den Flüssen Litani und Awali, etwa 40 Kilometer südlich von Beirut. Seit November 2024 gilt zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon eine Waffenruhe. Die mit der militanten Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen verbündete Miliz hatte nach dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg eine zweite Front gegen Israel eröffnet.

„Schwere Sünde“

Die libanesische Regierung hat zugesagt, die Hisbollah, die nicht nur eine Miliz, sondern auch eine politische Partei ist, vollständig zu entwaffnen. Israel macht die komplette Entwaffnung der Hisbollah zur Bedingung für ein Ende seiner Angriffe auf Stützpunkte der Miliz im Süden des Libanon. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete am Montag erneute israelische Angriffe im Südlibanon. Dabei seien zwei Menschen getötet worden. Die israelische Armee erklärte, sie habe Hisbollah-Ziele angegriffen.

Indes verurteilte der Hisbollah-Chef Naim Qassem das Vorgehen der libanesischen Armee. „Was die libanesische Regierung tut, indem sie sich auf die Entwaffnung konzentriert, ist eine schwere Sünde, denn dieses Thema dient den Zielen der israelischen Aggression“, sagte Qassem in einer Fernsehansprache. Er forderte ein Ende der Entwaffnung und erklärte, die Zugeständnisse Beiruts seien teilweise verantwortlich für die anhaltenden israelischen Angriffe.

apa

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