Einige Oberflächen der untersuchten Fässer seien gerostet und mit Anemonen besiedelt, heißt es in der Mitteilung. Der Zustand der Behältnisse sei unterschiedlich – intakt, verformt oder aufgerissen.
Die Messinstrumente für Strahlung hätten Werte auf dem Niveau des natürlichen Umgebungs-Hintergrundrauschens gezeigt, führt der CNRS weiter aus. „Feine Radioaktivitätsmessungen im Labor an Sedimenten, Wasser und Fischen werden mehrere Monate Arbeit erfordern“, teilte die Forschungsorganisation mit.
Die Gruppe aus 21 Forschenden war vier Wochen lang mit ihrem Schiff „L'Atalante“ in einem Areal im Westeuropäischen Becken des Atlantiks unterwegs. In dem Gebiet soll wohl die Hälfte der Abfälle gelandet sein. Die Expertinnen und Experten untersuchten, wo die Fässer liegen und welchen Einfluss sie auf das örtliche Ökosystem haben. Mit dabei war auch ein Forscher vom Thünen-Institut für Fischereiökologie in Bremerhaven.
Der Projektleiter Patrick Chardon geht davon aus, dass bei den allermeisten nuklearen Abfällen im Nordatlantik die Radioaktivität nach etwa 300 bis 400 Jahren quasi verschwunden sein dürfte. Jedoch seien die Fässer damals so konzipiert worden, dass sie dem Druck der Tiefe standhalten, nicht aber so, dass sie die Radioaktivität wirklich einschließen. Schon seit längerem könnte Radioaktivität aus den Behältern entweichen, vermutet der Atomphysiker.

