Nicht nur Martucci sieht darin eine schwerwiegende Entgleisung. Die Formulierung „puro sangue italiano“ erinnere unweigerlich an die von den Faschisten propagierte „Reinheit der Rasse“ und die Rassengesetze von 1938. Noch problematischer sei der direkte Bezug zum Diktator Adolf Hitler, der als Vergleich für einen Südtiroler Sportler völlig unangebracht sei.
Die Anzeige stützt sich auf Artikel 604-bis des italienischen Strafgesetzbuches, der die Propaganda und Anstachelung zu rassistischem Hass unter Strafe stellt. „Ich habe es als meine Pflicht angesehen, im Sinne der Verfassung einzuschreiten“, erklärt Martucci. „Wir dürfen nicht zulassen, dass rassistische Sprache durch prominente Persönlichkeiten normalisiert wird.“
Ob die Justiz tatsächlich Ermittlungen gegen Fedez aufnehmen wird, ist noch unklar.
Das sagt Fedez
Fedez wies die Kritik indes zurück. In der Radiosendung „La Zanzara“ erklärte er, seine Worte seien kein persönlicher Angriff, sondern ironisch gemeint und richteten sich gegen den „Fanatismus“ um Sinner: „Es ist keine Kritik an ihm, sondern an der übertriebenen Verehrung. Ich kenne ihn nicht, er interessiert mich auch nicht. Als Sänger kommentiere ich, was um mich herum passiert.“Doch statt Entspannung brachte der Auftritt neuen Zündstoff. Denn Fedez legte nach und warf Sinner vor, sich aus Italien zurückzuziehen: „Er ist ein Großer, lebt in Monaco, zahlt hier keine Steuern. Er ist viel reicher als ich. Ich glaube nicht, dass ihn interessiert, wie es in Italien läuft.“

