„In Zusammenhang mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bozen wegen des Verdachts auf Beschaffen und Erwerbs gefälschter Zweisprachigkeitsnachweise wird Folgendes mitgeteilt.
Gestern Abend hat die Finanzpolizei Bozen eine vom Ermittlungsrichter des Landesgerichts Bozen angeordnete persönliche Zwangsmaßnahme gegen eine Person vollzogen, die als zentrale Person für die Beschaffung und Verteilung der gefälschten Sprachzertifikate angesehen wird und bis vor Kurzem als Wachmann im Krankenhaus Bozen tätig war.
Der Betroffene steht im Verdacht, in Mittäterschaft gemeinschaftlich mit anderen Personen, über 40 gefälschte Sprachzertifikate beschafft zu haben, die vermeintlich bei einer Bildungseinrichtung in Deutschland erworben wurden, um den Antragstellern den Erwerb des für den Zugang oder die Festanstellung im öffentlichen Dienst der Provinz Bozen erforderlichen Zweisprachigkeitsnachweises zu ermöglichen. Nach der vorbeugenden Einvernahme wurde gegen ihn Hausarrest angeordnet.
Aus den Ermittlungen geht hervor, dass sich der Beschuldigte als Vermittler anbot und für die Beschaffung der Zertifizierungen Beträge in Höhe von etwa 4.000 Euro verlangte, wobei er seine am Arbeitsplatz geknüpften Kontakte sowie den Bedarf des Gesundheitspersonals an einem Zweisprachigkeitsnachweis ausnutzte.
Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wird fortgesetzt und erstreckt sich auf weitere Personen. Ziel ist die Überprüfung weiterer unrechtmäßig erworbener Sprachzertifikate, die von anderen, italienischen Sprachschulen ausgestellt wurden. Die festgestellten Handlungen können, sofern sich der Verdacht bestätigt, zur Erhebung von Anklage wegen Urkundenfälschung und Betrugs sowie zur Feststellung der Verantwortung wegen Schadens zum Nachteil der öffentlichen Hand vor dem Rechnungshof führen.“

