Donnerstag, 26. Februar 2026

Gleichberechtigung? Nein, Frauen tragen den Großteil der Sorgearbeit

Aktuelle Daten zeigen weiterhin eine deutlich ungleiche Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit zulasten der Frauen, was strukturelle Nachteile am Arbeitsmarkt verursacht. Darauf weist Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer anlässlich des Equal Care Day und des Zero Discrimination Day (1. März) hin.

Frauen übernehmen in Familien nach wie vor deutlich mehr Sorgearbeit als Männer – was ihrer Karriere schadet. - Foto: © shutterstock

Sorgearbeit beeinflusse Einkommen, Karrierechancen und Pensionssicherheit maßgeblich und sei Ausdruck tief verankerter Rollenbilder. Frauen arbeiten zudem häufiger in Teilzeit, unterbrechen öfter ihre Erwerbstätigkeit und tragen eine hohe Doppelbelastung.

Laut ISTAT (2023) übernehmen Frauen in italienischen Paarhaushalten 61,6 Prozent der unbezahlten Arbeit. Der Gender Equality Index 2025 zeigt ebenfalls deutliche Unterschiede bei Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege. Auch in Südtirol sind strukturelle Effekte sichtbar: Ein Großteil der Teilzeitstellen in Verwaltung und Unternehmen ist von Frauen besetzt.

Die Gleichstellungsrätin fordert daher einen entschlossenen Ausbau der Kinderbetreuungs- und Pflegeangebote, die rasche Umsetzung der EU-Richtlinie 970/2023 zur Entgelttransparenz sowie wirksame Maßnahmen gegen die geschlechtsspezifische Segregation am Arbeitsmarkt. „Eine faire Verteilung der Sorgearbeit hängt nicht allein von individuellen Entscheidungen ab“, so Hofer abschließend.

stol

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