Sonntag, 8. März 2026

Gufler kritisiert Land: „Ältere Generation wird bestraft“

„Die Landespolitik soll ihre Entscheidung überdenken“, fordert Christoph Gufler, Präsident des Seniorenheims Lorenzerhof in Lana, im Hinblick auf die „erzwungenen Preissteigerungen“ in den Südtiroler Seniorenwohnheimen. Im Interview geht er auf die Problematik ein – Landesrätin Rosmarie Pamer kenne das Problem.

Lorenzerhof-Chef Christoph Gufler fordert vom Land finanzielle Entlastungen für Seniorenheiminsassen – für Bewohner und Bewohnerinnen sowie für deren Angehörige. - Foto: © fm

STOL:Herr Gufler, letzthin ist die Höhe des Tagessatzes in den Seniorenheimen angestiegen. Was ist der Tagessatz?

Christoph Gufler: Der Tagessatz ist der Betrag, den die Bewohner und Bewohnerinnen bzw. ihren Angehörigen monatlich bezahlen. Damit wird ein wichtiger Teil der Kosten eines Seniorenwohnheimes finanziert; vor allem die Aufwendungen für die Verpflegung, Heizung, Strom, Reinigung usw. Die Höhe des Tagesatzes legt der Verwaltungsrat jedes Jahr aufgrund der Einnahmen und Ausgaben des Heimes fest.

Welche Erhöhungen fanden statt?

2025 musste der Tagessatz um drei Euro und 2026 um fünf Euro erhöht werden, wobei wir dabei sogar noch unter den geforderten Beträgen des Landes geblieben sind. Trotzdem ist dies eine unverhältnismäßige Steigerung. Normalerweise beträgt sie ein oder eineinhalb Euro pro Jahr. Mit der Erhöhung um acht Euro in zwei Jahren müssen die Bewohner und Bewohnerinnen sowie ihre Angehörigen fast 250 Euro mehr im Monat bezahlen. Das ist viel Geld.

Wie kam es zu dieser Steigerung?

Die Ausgaben der Seniorenwohnheime sind durch Preissteigerungen, vor allem aber durch die Lohnerhöhungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen deutlich angestiegen. Diese Lohnanpassungen sind höchst notwendig und voll zu begrüßen. Bisher hat das Land Mehrausgaben der Seniorenwohnheime durch eine Anpassung der Beiträge ausgeglichen. Das hat es bei anderen Körperschaften, wie der Sanität usw. auch diesmal gemacht. Bei den Seniorenwohnheimen aber nicht. Dadurch wurden die Heime gezwungen, die Tagessätze in einem bisher nicht üblichen Ausmaß zu erhöhen.

Wie geht es weiter?


Alle Seniorenwohnheime und ich wünschen uns, dass die Landesregierung ihre Entscheidung überdenkt. Es gibt einen Nachtragshaushalt, mit dem dies gemacht werden kann. Zumindest sollten für nächstes Jahr keine weitere Steigerung notwendig sein. Es ist nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet jene Generation bestraft wird, die mit ihrer harten Arbeit die Voraussetzungen geschaffen hat, dass das Land heute acht Milliarden Euro an Steuergeldern verwalten kann.

fm

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