Freitag, 9. Januar 2026

Heute: Trauertag in der Schweiz um Opfer von Crans-Montana

Die Schweiz gedenkt am heutigen Freitag mit einem nationalen Trauertag und einer Zeremonie der Opfer der Brandkatastrophe im Skiort Crans-Montana. Die Veranstaltung um 13.45 Uhr in der nahegelegenen Gemeinde Martigny gilt nicht nur den 40 Toten, sondern auch den rund 120 großteils Schwerverletzten, wie es vom Kanton Wallis heißt. Um 14 Uhr sollen in der ganzen Schweiz die Kirchenglocken im Gedenken an das Inferno der Silvesternacht läuten.

Heute: Gedenken an die Brandkatastrophe von Crans Montana bei einem Trauertag. - Foto: © APA/KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Bei der Gedenkfeier werden rund 1.000 Menschen erwartet. Nicht nur Opfer-Familien und die Schweizer Staatsspitze mit Präsident Guy Parmelin stehen auf der Gästeliste.

Auch Mattarella und Macron bei der Gedenkfeier

Auch die Staatsoberhäupter Frankreichs und Italiens, Emmanuel Macron und Sergio Mattarella, werden erwartet. Bei dem Brand in der Bar „Le Constellation“ wurden neben vielen Schweizern auch Dutzende Menschen aus den Nachbarländern Frankreich und Italien getötet und verletzt. Fast alle Todesopfer waren Teenager und junge Erwachsene – die jüngsten waren erst 14 Jahre alt. Ermittler gehen davon aus, dass eine funkensprühende Partyfontäne eine Schaumstoff-Verkleidung an der Decke der Bar in Brand setzte.

Erste Anhörung der Barbetreiber

Die Besitzer der Bar sollen Freitagfrüh in Sitten von der Walliser Justiz vernommen werden. Es handelt sich um ihre erste Anhörung als Beschuldigte im Fall der Brandkatastrophe in der Silvesternacht.

Die Staatsanwaltschaft Rom hat indes eine Untersuchung zum Brand in Crans-Montana eingeleitet, bei dem auch sechs italienische Jugendliche ums Leben gekommen sind. Die Ermittler ordneten die Obduktionen der Leichen der italienischen Opfer an, die bisher nicht durchgeführt wurden, berichteten italienische Medien.

Die römische Staatsanwaltschaft prüft mögliche Anklagen wegen fahrlässiger Tötung und Brandstiftung. Es ist ihre Aufgabe, Verbrechen im Ausland zu untersuchen, wenn italienische Staatsbürger betroffen sind.

Eltern der sechs verstorbenen Italiener machen Druck auf die Regierung in Rom

Die Eltern der sechs verstorbenen Italiener machten inzwischen Druck auf die Regierung in Rom, damit diese als Zivilklägerin an einem Verfahren gegen die Betreiber der Bar teilnehmen. Elf italienische Verletzte kämpfen noch mit schweren Brandwunden im Mailänder Krankenhaus Niguarda um ihr Leben.

apa/stol