Dienstag, 1. Juli 2025

Hitze: Lombardei und Emilia Romagna verbieten Arbeit im Freien

Wegen zunehmender Hitzewellen dürfen Arbeiter in der Lombardei ab Juli an besonders heißen Tagen nicht mehr in der Mittagshitze im Freien arbeiten. Die Maßnahme gilt bis Mitte September und betrifft unter anderem Bauarbeiter, Landwirte und Gärtner – und sie könnte Schule machen: Nach einem tödlichen Zwischenfall auf einer Baustelle zieht auch Emilia-Romagna nach.

An heißen Tagen gilt in der Lombardei und der Emilia Romagna ein Arbeitsverbot im Freien. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

In der Region Lombardei tritt ab dem 2. Juli bis zum 15. September eine neue Regelung zum Schutz von Arbeitnehmern vor extremer Hitze in Kraft: Bei hoher Hitzebelastung ist das Arbeiten im Freien zwischen 12:30 und 16:00 Uhr untersagt, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet.

Die Maßnahme der Regionalregierung betrifft Tätigkeiten im Baugewerbe, in Steinbrüchen sowie in der Land- und Gartenbauwirtschaft – allerdings nur an Tagen, an denen auf der Website www.worklimate.it ein hohes Gesundheitsrisiko aufgrund von Hitze gemeldet wird.

Die Regelung geht auf eine Verordnung des Regionalpräsidenten Attilio Fontana zurück, die nach Gesprächen mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden beschlossen wurde. „Unsere Priorität ist der Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer – insbesondere in Zeiten, in denen die Hitze unerträglich wird“, erklärte Fontana laut Ansa. Die Maßnahme sei ein wichtiger Schritt zur Sicherstellung gesunder und sicherer Arbeitsbedingungen.

Ausnahmen gelten für dringende Tätigkeiten oder solche von öffentlichem Interesse, etwa im Rahmen des Zivilschutzes oder bei Notfalleinsätzen – vorausgesetzt, es werden alle vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Öffentliche Verwaltungen, Dienstleister mit Konzessionen sowie deren Auftragnehmer sind ebenfalls vom Verbot ausgenommen.

Die Verordnung wurde an alle zuständigen Behörden, Kommunen, Gesundheitsämter und Arbeitgebervertreter übermittelt. Fontana kündigte an, die Situation weiter genau zu beobachten und bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen.

Tödlicher Hitzeschock auf Baustelle in Bologna

Die Notwendigkeit solcher Schutzmaßnahmen unterstreicht ein tragischer Vorfall, der sich am Montag in San Lazzaro bei Bologna ereignete: Ein 48-jähriger Bauarbeiter brach während Betonierarbeiten auf einer Schulbaustelle gegen 12 Uhr zusammen und starb kurz darauf an einem hitzebedingten Kreislaufzusammenbruch, wie Ansa berichtet.

In Reaktion auf diesen Todesfall und nach massiver Kritik der Gewerkschaften hat auch die Region Emilia-Romagna am Montag eine ähnliche Verordnung erlassen. Diese verbietet zwischen 12:30 und 16:00 Uhr jegliche Arbeiten unter direkter Sonneneinstrahlung – unabhängig von Rolle oder Vertragsform – in besonders gefährdeten Sektoren wie Landwirtschaft, Bauwesen und erstmals auch auf den Logistikflächen zur Warenlagerung.

pho

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