1920 sei diese dann schließlich – wie alle anderen Hütten in Südtirol – dem italienischen Staat zugeschlagen worden. Um die Erhaltung kümmere sich aber weder die Sektion Kassel noch die Sektion Rom, sondern eben das Land Südtirol, in dessen Besitz alle enteigneten Hütten übergangen seien.
Deshalb trete sie auch für „lokale Namen für lokale Hütten“ ein, so Beirkicher weiters. Es sei jedenfalls so, dass „die ausländischen Erbauer-Sektionen haben heute kaum noch Bezugspunkte zu ihren ehemaligen Schutzhütten“ hätten, argumentierte die Alpenvereins-Vizechefin. So würde etwa eine „Bonner Hütte“ oberhalb von der Südtiroler Gemeinde Toblach „keinen Sinn machen“, zumal die ausländischen Erbauer-Sektionen gegenwärtig die Hütten „weder betreuen noch unterstützen oder fördern“ würden.
Kontroverse Diskussion
Dieser Vorstoß zu etwaigen Hüttennamen-Änderungen, der mittlerweile auch in Deutschland Schlagzeilen macht, wurde kontrovers diskutiert. Kritik kam beispielsweise vom Landessekretär der Südtiroler Volkspartei, Harald Stauder. Die Schutzhütten und ihre Namen stellten „historische Denkmäler der Geschichte des Alpinismus dar“, hieß es von dieser Seite. Aus ihren Namen erkenne man vielfach die geografische Herkunft der Initiatoren zur Errichtung der Schutzhütten sowie die damals bestehenden Verbindungen zwischen den Menschen im Alpenraum.Auch die oppositionelle Süd-Tiroler Freiheit kritisierte die Aussagen von Beikircher scharf. Die althergebrachten deutschen Namen der Hütten seien „trotz des Verbots unter dem Faschismus, unter der einheimischen Bevölkerung, aber auch unter den vielen landesfremden Wanderern, lebendig geblieben“ und fänden offiziell auch auf Landesebene Verwendung, argumentierte diese. Wenn man schon die „Hüttennamen mit Regionalität verbinden wolle“, dann ließen sich auch die Hüttennamen „durch den Flurnamen ergänzen“ anstatt diesen zu ersetzen, etwa als „Kasseler Hütte am Hochgall“.
Zudem stießen sich auch Schützen und Heimatbund heftig am Vorstoß der Alpenvereinsvizepräsidentin. Der Pressesprecher des Deutschen Alpenvereins (DAV), Julian Rohn, wollte sich indes nicht näher äußern. Der Vorstoß der AVS-Vizepräsidentin sei eine Sache des Südtiroler Alpenvereins: „Die betroffenen Hütten gehören dem Land Südtirol, der DAV ist nicht weiter involviert und sieht das völlig neutral.“

