Freitag, 25. Juli 2025

Iran und Europäer verhandeln in Istanbul zu Atomkonflikt

Im Streit um das iranische Atomprogramm haben am Freitag neue Verhandlungen zwischen dem Iran und den sogenannten E3-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien in Istanbul stattgefunden. Die Gespräche hätten um 09.30 Uhr in Istanbul (08.30 Uhr MESZ) begonnen und würden bis etwa 12.30 Uhr dauern, meldete das iranische Staatsfernsehen. Ein iranischer Außenamtssprecher bezeichnete das Treffen als „Realitätsprüfung für die Europäer“.

Im Streit um das iranische Atomprogramm haben am Freitag neue Verhandlungen zwischen dem Iran und den sogenannten E3-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien in Istanbul stattgefunden. - Foto: © APA/THEMENBILD / HANS KLAUS TECHT

Es sei eine „wertvolle Gelegenheit, die Ansichten zur iranischen Atomfrage zu korrigieren“, sagte der Sprecher gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Das Treffen in der türkischen Metropole ist das erste zwischen Vertretern der Länder seit dem zwölftägigen Krieg zwischen dem Iran und Israel im vergangenen Monat, in dessen Verlauf die USA die iranischen Atomanlagen angriffen.

Den Europäern geht es bei dem Treffen darum, den Druck auf den Iran zu erhöhen. Teheran müsse einsehen, dass ohne künftig ernsthafte Verhandlungen über sein Atomprogramm der sogenannte Snapback-Mechanismus ausgelöst werde, hieß es aus diplomatischen Kreisen.

Mitte Oktober läuft das Wiener Atomabkommen formal aus

Mitte Oktober läuft das Wiener Atomabkommen – auch wenn es praktisch nicht umgesetzt wird – formal aus. Die E3-Staaten könnten bis dahin als Mitunterzeichner der Vereinbarung von 2015 die Wiedereinführung früherer Sanktionen beim UNO-Sicherheitsrat beantragen. „Die Uhr tickt“, sagte ein Diplomat im Vorfeld. Die E3 seien eher weniger optimistisch, dass der Iran einlenke.

Zu den zentralen Forderungen der Europäer gehören die Wiederaufnahme der Kontrolle des iranischen Atomprogramms durch Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sowie Informationen über den Verbleib von rund 400 Kilogramm hochangereicherten Urans. Seit dem Angriff der USA auf die iranischen Atomanlagen ist unklar, wo sich das Material befindet.

Zuvor hatte Teheran rund zwei Monate lang mit den USA über sein Atomprogramm verhandelt

Zuvor hatte Teheran rund zwei Monate lang mit den USA über sein Atomprogramm verhandelt. Im Kern ging es darum, das Nuklearprogramm einzuschränken. Der Iran wiederum erhofft sich von den Gesprächen eine Aufhebung der Sanktionen, die seine Wirtschaft lähmen. Teheran betont stets, sein Atomprogramm ausschließlich zivil zu nutzen.

Der IAEA-Chef Rafael Grossi zeigte sich indes optimistisch, dass seine Inspektoren noch in diesem Jahr in den Iran zurückkehren können. Es sei wichtig, nun mit Teheran die Einzelheiten für eine Wiederaufnahme der Inspektionen zu besprechen, sagte Grossi am Freitag vor Journalisten. „Wir müssen uns darüber einigen, wohin wir gehen und wie wir es tun“, sagt er. „Wir müssen uns anhören, welche Vorsichtsmaßnahmen der Iran für notwendig hält.“ Teheran hatte in der Vergangenheit die Arbeit der IAEA-Inspektoren wiederholt eingeschränkt oder die Experten des Landes verwiesen.

apa

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