Das US-Militär prüft für den Fall eines entsprechenden Auftrags Optionen für den Schutz von Schiffen in der Straße von Hormuz. „Sollten wir den Auftrag zum Eskortieren erhalten, werden wir die verschiedenen Optionen prüfen, um die militärischen Voraussetzungen dafür zu schaffen“, sagt US-Generalstabschef Dan Caine vor der Presse.
Das US-Militär geht weiter gegen die iranische Marine vor. Nach der Zerstörung von mehr als 50 Schiffen habe man nun Minenleger und ihre Waffenlager im Blick, sagte Caine. „Wir machen erhebliche Fortschritte bei der Zerstörung der Marine“, sagte er. „Diese Arbeit wird fortgesetzt“. Zuletzt hatten die Streitkräfte im Meer vor der Südküste des Irans angegriffen.
„Entscheidende Bedeutung der Freiheit für die Schifffahrt“
Auch Großbritannien arbeitet angesichts iranischer Drohungen gemeinsam mit Verbündeten an Optionen zum Schutz der kommerziellen Schifffahrt in der Straße von Hormuz. Dies sagt ein Sprecher von Premierminister Keir Starmer nach Telefonaten Starmers mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.„Wir arbeiten mit unseren Verbündeten an einer Reihe von Optionen, um die kommerzielle Schifffahrt durch die Meerenge zu unterstützen, je nachdem, wie sich die Bedrohungslage entwickelt“, sagt der Sprecher vor der Presse. Starmer, Merz und Meloni hätten am Montagabend die „entscheidende Bedeutung der Freiheit der Schifffahrt“ betont und eine enge Zusammenarbeit vereinbart.
Durch den Krieg ist der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz stark beeinträchtigt worden. Durch die Meerenge werden normalerweise fast 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert. Seit Kriegsbeginn haben die iranischen Streitkräfte dort mehrfach Öltanker angegriffen. Der Ölpreis war zwischenzeitig auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen - es war der höchste Stand seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022. Nachdem US-Präsident Donald Trump am Montag ein baldiges Ende des Militäreinsatzes gegen den Iran verkündet hatte, ist der Ölpreis wieder gefallen.
Ölexporte aus der Region verhindern
Die Revolutionsgarden im Iran erklärten am Dienstag, Trumps einseitige Ankündigung eines baldigen Endes der Kämpfe sei Unsinn: „Wir sind diejenigen, die bestimmen werden, wann dieser Krieg endet.“ Sie würden Ölexporte aus der Region verhindern, falls die amerikanischen und israelischen Angriffe anhielten. Trump reagierte darauf mit einer Warnung auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social: „Falls der Iran irgendetwas unternimmt, was den Ölfluss durch die Straße von Hormuz stoppt, werden sie von den Vereinigten Staaten von Amerika ZWANZIG MAL STÄRKER getroffen werden als bisher.“Der weltgrößte Exporteur von Öl, der saudi-arabische Konzern Saudi Aramco, warnte am Dienstag vor katastrophalen Konsequenzen, falls die Meerenge geschlossen bleibe. Am Montag hatte die Ernennung von Mojtaba Khamenei zum Nachfolger seines getöteten Vaters Ali Khamenei zunächst die Hoffnungen auf ein rasches Ende des Krieges gedämpft.
Am Montagabend hatten die Revolutionsgarden Regierungen aufgefordert, Botschafter aus Israel und den USA aus ihren Ländern auszuweisen, um die Durchfahrt ihrer Schiffe durch die Straße von Hormuz wieder zu ermöglichen. „Jedes arabische oder europäische Land, das die israelischen und US-Botschafter aus seinem Gebiet ausweist, wird ab morgen die vollständige Freiheit und Befugnis haben, die Straße von Hormuz zu passieren“, erklärten die Revolutionsgarden laut iranischem Staatsfernsehen.

