Montag, 20. Oktober 2025

Jubiläum: Familienberatung fabe feiert 50-jähriges Bestehen

Im Jahr 2025 feiert die Familienberatung fabe ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass fand am 16. und 17. Oktober eine Fachtagung zum Thema „Familien heute – Beziehungen in Familien“ mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und klinischer Arbeit aus dem deutsch- und italienischsprachigen Raum mit verschiedenen Workshops & Vorträgen und zahlreichen interessierten Fachleuten in der Eurac in Bozen statt.

Gespannt lauschten Zuhörer in der Eurac verschiedenen Referaten rund um das Thema Familie. - Foto: © MANUELA TESSARO


Die Tagung hatte ein breit gefächertes Programm zu bieten: Die angebotenen Vorträge und Workshops befassten sich bei Prof. Svenja Taubner mit dem Thema wie Eltern auch in Stresssituationen sensitiv auf die zentralen Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen können, bei Federico Ferrari mit dem Thema Gender, Liebe und Sexualität bei Jugendlichen, und bei Friederike von Tiedemann mit der Veränderung der Beziehung von Paaren durch Krankheit eines Partners.

Doch damit nicht genug. Raffaella Visigalli berichtete über die psychologische Unterstützung von Paaren, die mit Unfruchtbarkeit konfrontiert sind und Alberto Amadori über den Einfluss sozialer Medien bei Jugendlichen und den Zusammenhang zum elterlichen Verhalten.

„Wir hoffen, dass die Tagung und das Jubiläum im Zeichen der Kontinuität stehen und wir auch weitere 50 Jahre der Südtiroler Bevölkerung die bei uns vorhandene und sich immer weiterentwickelnde Fachkompetenz zur Verfügung stellen können“, heißt es in einer Aussendung.

Die Geschichte der Familienberatung

Die Familienberatung fabe wurde 1975 vom Verein Ehe- und Erziehungsberatung Südtirol als Folge der Einführung des staatlichen Gesetzes zu den Familienberatungsstellen gegründet. Die Ausrichtung war eine professionelle, hochwertige pädagogische, psychologische und psychotherapeutische Hilfe für die ganze Familie.

Dies bedeutete, dass das Beratungsangebot weit über die im Gesetz vorgesehenen Schwerpunkte wie Empfängnisverhütung sowie Beratung für werdende Mütter und Mütter hinausging. Von Anfang an gab es auch Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche, Väter und Partner, Paare, fürs Elternsein, für Schwierigkeiten Einzelner und die Beziehungen zwischen den Generationen.

Die treibende Kraft und der Visionär hinter der Gruppe der Gründer war der Geistliche und spätere Abt des Klosters Muri-Gries, Benno Malfèr. Er hat zusammen mit den ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Organisationsform geschaffen, die eine ständige Weiterentwicklung der Fachkompetenz und den Fokus auf Qualität sicherstellte. Die Vereinsmitglieder kommen aus dem gesamten Spektrum der Südtiroler Gesellschaft.

Probleme von Familien in stetigem Wandel

Insofern kennen alle die Schwierigkeiten, mit denen nicht nur die benachteiligten Familien, sondern auch die Mehrheit der Familien zu kämpfen hat. Die Schwierigkeiten haben sich in den letzten 50 Jahren immer wieder verändert und sind größer geworden: Ende der 1980er Jahre wurden Trennungen und Scheidungen sowie Essstörungen zum Thema. Zur Jahrhundertwende begann das Phänomen der Schulverweigerung und des sozialen Rückzugs.

Heute ist fabe der Ort, wo Familien mit komplexen Problematiken beraten werden. In vielen Fällen erfolgt diese Arbeit in enger Zusammenarbeit mit psychiatrischen und sozialen Diensten sowie mit dem Gericht. Diese Beispiele stehen stellvertretend für die Vielzahl schwieriger Situationen, mit denen Menschen konfrontiert sind – sei es aufgrund einer klinischen Diagnose oder aufgrund kritischer Lebensphasen, die professionelle Unterstützung erfordern.

Die ursprüngliche Vision der Gründer steht auch heute noch im Mittelpunkt unseres Handelns. Hierfür stehen in Südtirol fünf Beratungsstellen mit 26 Psychologinnen und Psychologen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Pädagoginnen zur Verfügung. Im Laufe der Zeit mussten sich die Familienberatungsstellen an verschiedene gesetzliche und finanzielle Veränderungen anpassen. Durch das Landesgesetz vom März 2025 wurde der medizinische Teil in der Bozner Beratungsstelle gestärkt. Für die Psychotherapie ist ein zusätzliches Abkommen mit dem Gesundheitsbetrieb erforderlich.

stol

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