Freitag, 14. November 2025

So sind Südtirols Jugendliche

Jugendliche in Trentino-Südtirol gehören zu den aktivsten und neugierigsten in Italien. Sie lesen mehr, gehen öfter ins Museum, besuchen häufiger Konzerte und treiben deutlich mehr Sport als Gleichaltrige im restlichen Land. Das zeigt der neue Bericht „atlante dell’Infanzia“ von Save the Children – und zeichnet das Bild einer jungen Generation, die interessiert, voller Energie aber auch mit neuen digitalen Bewältigungsstrategien konfrontiert ist.

Nicht nur vor dem Smartphone sind die heutigen Jugendlichen in Südtirol – stattdessen kulturell interessiert, belesen und offen. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Hohe Lesefreude

Jugendliche in Trentino-Südtirol zeigen großes Interesse an Kultur und Bildung. In der Autonomen Provinz Trient lesen 70,7 Prozent der Jugendlichen Bücher außerhalb der Schule – ein nationaler Spitzenwert und deutlich über dem italienischen Durchschnitt von 53,8 Prozent.

Auch Südtirol liegt weit vorne: 64 Prozent der Jugendlichen greifen regelmäßig zu Büchern abseits des Unterrichts.

Museen, Ausstellungen und historische Stätten sind beliebt

Die kulturelle Aktivität der Jugendlichen ist ebenso hoch. In Südtirol besuchten 50,3 Prozent der Jugendlichen Museen oder Ausstellungen, in Trient sogar 67,3 Prozent. Der italienweite Vergleichswert liegt bei 50,1 Prozent.

Auch historische Stätten und Denkmäler erfreuen sich großer Beliebtheit: 32,4 Prozent der Jugendlichen in Südtirol und 44,6 Prozent in Trient suchten solche Orte auf.

Theater- und Konzertbesuche über dem Landesdurchschnitt

Beim Theaterbesuch liegen beide Provinzen klar über dem nationalen Schnitt. In Südtirol gehen 48,2 Prozent der Jugendlichen ins Theater, in Trient 44 Prozent – verglichen mit 33,2 Prozent im restlichen Land.

Konzerte besuchten 37 Prozent der Jugendlichen in Südtirol und 46,9 Prozent in Trient. Auch hier liegt der nationale Vergleichswert niedriger, nämlich bei 33,3 Prozent.

Südtirol: Nur 4,6 Prozent ohne Sportaktivität

Auffallend niedrig ist der Anteil jener, die keinerlei Sport betreiben. In der Provinz Trient verzichten nur 10,6 Prozent der Jugendlichen komplett auf Sport, in Südtirol sogar nur 4,6 Prozent. Italienweit liegt dieser Wert deutlich höher bei 18,1 Prozent

Psychische Belastungen und digitale Unterstützung

Trotz der hohen Aktivität zeigt der Bericht auch Herausforderungen. 60 Prozent der Jugendlichen in Italien fühlen sich grundsätzlich zufrieden mit sich. Gleichzeitig geben 9 Prozent an, sich aufgrund psychischer Probleme freiwillig isoliert zu haben.

Rund 12 Prozent nahmen bereits Psychopharmaka ohne Rezept ein. Bemerkenswert ist zudem, dass 41,8 Prozent der Jugendlichen in Momenten von Traurigkeit, Einsamkeit oder Angst Unterstützung durch KI-Tools suchten – nahezu jeder zweite.

Insgesamt zeichnen die Zahlen das Bild einer engagierten, kulturell offenen und körperlich aktiven Jugend in Trentino-Südtirol - zugleich aber einer Generation, die mit psychischen Belastungen und neuen digitalen Bewältigungsstrategien konfrontiert ist.

ansa/stol

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