Mittwoch, 8. April 2026

Kärnten: Sieben Wölfe seit Jänner getötet

Sieben „Risikowölfe“ sind in Kärnten in den Monaten Jänner bis März 2026 getötet worden. Das teilte das Jagdreferat des Landes am Mittwoch mit. Vier Wölfe wurden im Bezirk Hermagor erlegt, zwei im Bezirk Spittal an der Drau und einer im Bezirk Villach-Land. Jedes Mal seien zuvor Vergrämungsmaßnahmen getroffen worden, hieß es. 20 Mal wurden Wölfe vom Land zum Abschuss freigegeben. Tierschützer kritisieren die Abschüsse als rechtswidrig.

2025 wurden österreichweit 22 Wölfe auf Basis von Verordnungen getötet. - Foto: © APA/dpa / Klaus-Dietmar Gabbert

„Man erkennt an diesen Zahlen sehr deutlich, wie dynamisch das Wolfsgeschehen in Kärnten auch abseits der Almsaison ist. Die rechtlichen Möglichkeiten, die wir zum raschen Einschreiten geschaffen haben, haben sich somit auch in diesem Winter bewährt“, sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber (ÖVP) in der Aussendung. Bei jedem Abschuss werden DNA-Proben für Monitoringzwecke genommen. „Es ist wichtig, das Wolfsgeschehen umfassend darzustellen und Zusammenhänge aufzuzeigen. Unsere Daten tragen jedenfalls dazu bei und zeigen, dass der Kärntner Weg in der Wolfsfrage richtig ist.“

Unter den getöteten Wölfen war auch ein von italienischen Forschern der Universität Udine besendertes Tier. Tierschützer kritisierten einen „weiteren Eskalationspunkt im Kärntner Wolfsmanagement“. Von Landesseite hieß es: „Der Abschuss erfolgte verordnungskonform gemäß der Kärntner Risikowolfsverordnung.“ Tierschützer sehen in der Kärntner Rechtslage einen Bruch des europäischen Artenschutzrechts. Als „Risikowolf“ gelten laut Kärntner Verordnung Tiere, die sich von Menschen genutzten Gebäuden, Ställen, Viehweiden oder Fütterungsanlagen nähern.

Der Verein „Wölfe in Österreich“ übte am Mittwoch scharfe Kritik an der Kärntner Abschusspraxis. Obmann Gerald Friedl nannte die Wolfstötungen in einer Aussendung „klar rechtswidrig und ein massiver Eingriff in eine ohnehin fragile Population“. Der Erhaltungszustand des Wolfs in Österreich sei nicht günstig, damit fehlten die Voraussetzungen für Abschüsse nach europäischem Naturschutzrecht. Die Entwicklung in Kärnten sei besonders besorgniserregend.

„Hier wird unter dem Deckmantel von Verordnungen eine Praxis betrieben, die auf eine systematische Verdrängung bis hin zur Ausrottung des Wolfs hinausläuft.“ Keiner der „Risikowölfe“ stelle eine Bedrohung dar. Die Kriterien für die Definition seien laut Studien an den Haaren herbeigezogen. Außerdem kritisiert Friedl den Zeitpunkt, da die Wölfinnen aktuell trächtig seien. Von den sieben in Kärnten geschossenen Wölfen waren drei weiblich.

apa

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