Da prallen Welten aufeinander: Der Wirt, der um fünf Uhr früh die Knödel dreht, trifft auf Gäste, die Alm-Flair im All-inclusive-Format erwarten. Und zwar alles Zickizacki. Sonst wird geschnauft, gemeckert, gesprüht. Wer erklärt, dass hier oben die Uhren anders ticken, riskiert ein Donnerwetter – nicht vom Himmel, sondern vom Gast.
Da fragt man sich schon: Sind viele Zeitgenossen reizbarer geworden – oder einfach nur fehl am Platz? Da passt es ins Bild, dass es inzwischen einen Hütten-Knigge braucht – mit Regeln fürs richtige Benehmen auf 2000 Metern. Der sollte Pflichtlektüre werden. In den Schulen. Am besten flächendeckend. Von Rom bis Hamburg. In diesem Sinne: Berg heil – aber bitte mit Manieren.


Was mich immer mehr wundert, ist dass diese "ach so gebildeten Gäste, die wir unbedingt nötig haben und die uns ihre Kultur beibringen" in dieser Höhe anzutreffen sind.
Normalerweiße sind die Sentas nicht in diesen Breitengraden anzutreffen, den das heißt "fare fatica" und das, wie wir wissen, ist nicht Bestandteil ihrer Kultur.
Aber auch hier gilt, man soll nicht alle in einem Korb werfen.
Ob ein Plakat mit Benimmdichregeln am Eingang jeder Schutzhütte helfen soll, wage ich zu bezweifeln.