Freitag, 13. Februar 2026

Kommentar: Mit weniger Pathos

„Wir stecken mittendrin in Olympia. Nur das große Versprechen aus der Antike bleibt unerfüllt: Während der Spiele ruhen die Waffen.“ Ein Kommentar von Vize-Chefredakteur Günther Heidegger.

Günther Heidegger: „Bei so viel Doppelmoral drehen sich mir die Zehennägel auf.“ - Foto: © DLife_LO

Wir stecken mittendrin in Olympia. Und deshalb da und dort auch im Stau. Aber das werden wir verkraften. Das meiste läuft nämlich wie am Schnürchen.

Nur das große Versprechen aus der Antike bleibt unerfüllt: Während der Spiele ruhen die Waffen.
Günther Heidegger


Ekecheiria nannten es die alten Griechen. Waffenstillstand. Frieden auf Zeit. Eine Art olympische Pause-Taste für den Wahnsinn der Welt. Offenbar hatten die mehr Anstand als so mancher heutige Staatschef. Ein Putin etwa schert sich einen feuchten Dreck darum. So viele Bomben wie zuletzt sind seit Kriegsbeginn noch nie auf Kiew gefallen. Und keiner sagt etwas.

Dafür wurde diese Woche in Cortina ein ukrainischer Athlet disqualifiziert, weil er auf seinem Helm seiner im Krieg gefallenen Kameraden gedachte. Erinnerung stört. Haltung auch. Zum Weinen. Bei so viel Doppelmoral drehen sich mir die Zehennägel auf. Und trotzdem: Ich freue mich auch auf die heutigen Bewerbe. Aber mit weniger Pathos. Denn hier geht es nur um Hundertstel und Medaillen. Anderswo um Leben.

guenther.heidegger@athesia.it

stol

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