Sonntag, 10. August 2025

Kommentar: Schweigen im Walde

„Wundern muss erlaubt sein. In Gaza sterben täglich Menschen – und die Welt? Der Großteil schweigt, regungslos wie ein Wüstenfuchs in der Mittagshitze. Kein klares Wort, kein Mucks aus den meisten Ländern.“ Ein Kommentar von Vize-Chefredakteur Günther Heidegger.

Günther Heidegger: „Wundern muss also erlaubt sein.“ - Foto: © DLife_LO

Vielleicht machen Solidarität und Verantwortungsgefühl gerade Sommerpause – gemeinsam in Jesolo. Oder auf einem Steg am Kalterer See: Auch dort scheint Wegducken die neue Trendsportart zu sein.

Von der leidigen Geschichte rund um Bär und Wolf gar nicht zu reden. Auch bei dem Thema ist man lieber auf Tauchstation – nicht dass noch jemand nachfragt, wer hier eigentlich das Sagen hat: der Mensch oder das Raubtier.

Nur bei Sonntagsreden sind alle auf Betriebstemperatur. Da wird gewärmt, geeint und gesalbt, was das Zeug hält. Natürlich mit Foto für alle. Bloß nicht klare Kante zeigen, bloß niemandem auf die Zehen treten. Am Ende müsste man noch eine Entscheidung treffen, Vorschläge oder Ideen haben. Wundern muss also erlaubt sein. Am besten laut. Sonst glaubt am Ende noch jemand, das Schweigen sei Absicht.

guenther.heidegger@athesia.it

stol

Kommentare
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Alexander Handschuch
August 10, 2025 10:14 AM
Bravo Herr Heidegger, immer so tun als ginge uns nix an. Es ist leider so. Überall sterben Kinder und Unschuldige und wir schweigen. Der Putin schmeißt Bomben auf Wohnhäuser und dann will man mir ihm verhandeln. Man sollte die mal alle nach Südtirol einladen, um ihnen zu zeigen, daß verschiedene Ethnien auch friedlich zusammen leben können. Ich als bayrischer Gastarbeiter kann da mitreden. Bravo, weiter so.
Euer Notarzt in Rente.