„Demografische Entwicklungen und strukturelle Veränderungen verschärfen die Lage auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt zunehmend. Der Arbeitskräftemangel wird auch in den kommenden Jahren zunehmen, weshalb bereits jetzt an Lösungsansätzen gearbeitet werden muss“, unterstrich Handelskammerpräsident Dr. Michl Ebner in seinen Grußworten.
Rund 40.000 Gewerbstätige über 55
Urban Perkmann und Mia Koncul vom WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen gingen zunächst auf das bislang ungenutzte Arbeitskräftepotenzial in Südtirol ein.Vertieft wurde die Situation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ab 55 Jahren: In Südtirol zählen rund 40.000 Erwerbstätige zu dieser Altersgruppe. 44 Prozent von ihnen könnten sich laut der WIFO-Erhebung vorstellen, auch nach Erreichen des frühestmöglichen Pensionsalters weiterhin berufstätig zu bleiben.
Wichtig ist dabei jedoch, dass es keine finanziellen Nachteile oder gesetzliche Hindernisse gibt. Die wichtigsten Gründe für diese Entscheidung sind die Freude an der Arbeit und eine hohe Arbeitszufriedenheit.
Beispiele und Strategien, um Personalmangel zu begrenzen
Anschließend stellte Ulrich Walwei, Professor am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, Beispiele und Strategien zur Begrenzung des Arbeitskräftemangels mit europäischen Vergleichsdaten vor. Zentrale Ansatzpunkte sind dabei attraktivere Arbeitsbedingungen, eine Stärkung der Aus- und Weiterbildung, eine höhere Erwerbstätigkeit von Frauen, ein späterer Pensionsantritt sowie eine stärkere Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen.Günther Burger, Direktor des Ressorts Europa, Arbeit und Personal des Landes Südtirol, griff das Thema aus Sicht der öffentlichen Verwaltungen auf und beantwortete die Frage „Was macht die Landesverwaltung, um die Personalknappheit zu meistern?“.

