„Spielsucht betrifft oft Menschen in schwierigen Lebenslagen. Der neue Plan inkludiert auch soziale Verantwortung und bietet konkrete Hilfen“, erklärt Soziallandesrätin Rosmarie Pamer.
Die Landesregierung hat am 15. Juli auf Vorschlag von Messner den neuen Landesplan zur Bekämpfung der pathologischen Spielsucht für 2025 bis 2028 genehmigt. Dieser bündelt Strategien zur Prävention, zur Behandlung sowie zur Forschung und Datenerhebung.
Der Plan basiert auf der engen Zusammenarbeit der Landesabteilungen Gesundheit und Soziales, die gemeinsam mit der Arbeitsgruppe „Netzwerk Spielsucht“ die Maßnahmen ausgearbeitet haben. Vertretungen aller beteiligten Stellen, darunter die Dienste für Abhängigkeitserkrankungen, Hands Onlus, Caritas Schlanders, Bad Bachgart und das Forum Prävention, haben sich kürzlich mit dem Gesundheitslandesrat und der Soziallandesrätin getroffen, um den Plan final abzustimmen.
Durch Information Spielsucht vorbeugen
Zentrales Ziel ist es, die Menschen in Südtirol umfassend über die Spielsucht zu informieren, und zwar durch Kampagnen, Workshops an Schulen sowie spezifisches Material, etwa für Jugendliche, ältere Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund. Multiplikatoren aus Bildung, Sozialem und Gesundheit sollen gezielte Schulungen bekommen, um Risikofälle frühzeitig zu erkennen.Betroffene besser behandeln und betreuen
Menschen mit Spielsucht werden weiter durch ambulante Dienste (z. B. Hands Onlus, Caritas) sowie stationär im Therapiezentrum Bad Bachgart betreut. Der neue Plan sieht vor, diese Angebote auszubauen, neue Gruppenangebote für Betroffene und Angehörige zu schaffen und diagnostische Verfahren zu verbessern. Künftig soll auch ein niederschwelliger Informationsschalter entstehen.Daten sammeln, Maßnahmen anpassen und monitorieren
Um die Maßnahmen anzupassen, werden Daten herangezogen. Dazu wird weiter der nationale Datenfluss (SIND) gepflegt. Die Erhebung des Landesstatistikinstituts ASTAT von 2016 soll aktualisiert werden. „Geplant ist eine neue landesweite Studie für 2027, die vor allem den Trend zum Online-Glücksspiel sowie das Risiko von Therapieabbrüchen beleuchten soll“, erklärt Massimiliano Ghezzi vom Amt für Gesundheitsbetreuung, zuständig für Abhängigkeiten und wohnortnahe Betreuung.Mit dem Dreijahresplan erfüllt das Land auch die staatlichen Vorgaben. Die Verantwortung für die Umsetzung des Plans liegt sowohl beim Südtiroler Sanitätsbetrieb als auch bei den vertraglich gebundenen privaten Partnern und bei allen Netzwerkpartnern, u.a. auch den Gemeinden sowie den Bezirksgemeinschaften.
Für Betroffene, Angehörige und Interessierte steht eine Infobroschüre zu Glücksspiel und Spielsucht mit vielen hilfreichen Informationen zur Verfügung.
Eine kostenlose Beratungstelefonnummer gibt es vom Verein Hands: 800 720 762.

