Dienstag, 11. November 2025

Lawinentragödie am Yalung Ri: Auch Sherpas müssen Suche aufgeben

Die Behörden hatten die offiziellen Suchaktionen bereits vor einigen Tagen eingestellt. Doch für die Sherpas war es Herzensangelegenheit, ihre von der Lawine verschütteten Bergkameraden – darunter der 29-jährige Markus Kirchler aus Jenesien – nicht aufzugeben. Aus eigenem Antrieb setzten sie die Suche fort. Jetzt mussten auch sie aufgeben – ohne die Körper der Vermissten zu finden.

Die Sherpas haben alles versucht, doch leider ohne Erfolg. - Foto: © ANSA / Foto concesse da Davide Peluzzi

Die extremen Bedingungen am Berg machten ein Weiterführen der Suche unmöglich. Das hohe Risiko neuer Lawinen, der immer härter werdende Schnee und die Erschöpfung der Sherpa-Teams zwangen die Retter, die Arbeiten einzustellen. Angeführt wurde die Suche von Expeditionsleiter Tenjing Phurba. (STOL hat berichtet)


Fachleute schätzten die Schneemassen nach dem Lawinenabgang auf bis zu sechs Meter. - Foto: © ANSA / Foto concesse da Davide Peluzzi



„Die Sherpas mussten aufgeben“, berichtete der aus Teramo stammende Himalaya-Experte Davide Peluzzi, der im Rolwaling-Tal an der Errichtung des höchsten Klettersteigs der Welt beteiligt war und bereits mehrfach Expeditionen in derselben Region geleitet hat, gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

Die gewaltige Lawine überraschte am 3. November eine 15-köpfige Gruppe von Bergsteigern auf ihrem Weg vom Basislager zu einem Hochlager. Acht von ihnen konnten sich in Sicherheit bringen, sieben wurden jedoch verschüttet und gelten seither als vermisst. Experten zufolge bestand von Anfang an kaum Hoffnung, sie lebend zu finden.

Trotz intensiver Suchaktionen in den Tagen danach blieb jede Spur der Alpinisten aus. (Wir haben berichtet)


Auch Markus Kirchler aus Jenesien konnte nicht gefunden werden.


Bei den Vermissten handelt es sich um den Südtiroler Markus Kirchler, den Italiener Marco Di Marcello, den Deutschen Jakob Schreiber sowie um die beiden nepalesischen Bergführer Padam Tamang und Mere Karki.


Marco di Marcello (links) wurde noch nicht gefunden, Paolo Cocco (rechts) konnte bereits einen Tag nach dem Unglück tot geborgen werden. - Foto: © ANSA / PAOLO COCCO/MARCO DI MARCELLO


Die Körper des Italieners Paolo Cocco und des Franzosen Christian André Manfredi hingegen konnten bereits einen Tag nach der Tragödie geborgen werden.

ansa/vs