„Zunächst geht es darum, eine Serie von Daten zu erfassen, die für die nächsten Projektphasen von großer Bedeutung sind“, erklärte Bürgermeister Claudio Corrarati gestern auf einer Pressekonferenz zum Thema.
Es gehe darum, Visionen und Wünsche der Bozner Bürgerinnen und Bürger jeder Altersstufe zu erfassen und anschließend daraus einen gemeinsamen Plan zu erstellen. „Konkret geht es um das Leben in der Stadt ab 17 Uhr oder 18 Uhr“, erklärte Corrarati.
In diesen Zeiten, so der Bürgermeister, zeigen sich erste Probleme. „Viele Menschen haben Angst vor der Dunkelheit, einige verlassen ihre Wohnungen nicht mehr, weil sie sich einfach nicht mehr sicher fühlen“, sagte Corrarati. Die Folge seien teils menschenleere Straßen und Plätze. „Es kommt tatsächlich häufiger zu Gewaltsituationen, wie die letzten Monate gezeigt haben“, führte der Bürgermeister aus.
„Wenn wir das Nachtleben ankurbeln und die Menschen verstärkt einbinden, erhöhen wir gleichzeitig die Sicherheit in der Landeshauptstadt.“ Davon ist Corrarati offensichtlich überzeugt. Mit der Konvention, die gestern im Rathaus unterzeichnet wurde, verpflichten sich Stadtgemeinde und Freie Universität Bozen dazu, gemeinsam einen entsprechenden Plan auszuarbeiten.
„Für uns ist dieses Projekt sehr wichtig. Wir werden alle Daten umfassend analysieren und anschließend eine Empfehlung an die Gemeinde abgeben, was sich konkret ändern muss“, betonte Alex Weissensteiner, Rektor der Freien Universität Bozen.
„Nach der Auswertung der Daten wird in einem zweiten Moment ein Fragebogen erarbeitet. Damit starten wir eine Umfrage unter Bürgern, allen Vereinen und Organisationen sowie jenen Menschen, die derzeit aktiv am Nachtleben teilhaben“, erklärte Sabrina Michielli, Direktorin und Sonderbeauftragte für innovative strategische Projekte der Gemeinde Bozen. Auch ein Arbeitstisch mit allen Beteiligten sowie ein wissenschaftliches Monitoring seien für die kommenden Monate vorgesehen.

