Hintergrund des Protests ist ein Gesetzentwurf, der die Entlassung des Generaldirektors von LRT erleichtern würde und in erster Lesung bereits gebilligt wurde. Eingebracht wurde die Neuregelung von einer mitregierenden populistischen Partei. Die Volksvertretung Seimas hat zudem beschlossen, den Haushalt von LRT für drei Jahre auf dem Niveau von 2025 einzufrieren und ab zu 2029 zu kürzen.
Auch Europarat und die Europäische Rundfunkunion beunruhigt
Nach Ansicht von Journalisten, die die Kundgebung organisierten, sind die geplanten Änderungen an den Verfahren zur Entlassung des LRT-Chefs verfassungswidrig – sie widersprächen europäischem Recht und schafften Voraussetzungen für politische Eingriffe in die Inhalte des öffentlich-rechtlichen Senders. Auch der Europarat und die Europäische Rundfunkunion zeigten sich beunruhigt über die Gesetzesinitiativen.Bereits in der vergangenen Woche protestierten Mitarbeiter von LRT, indem sie Schweigeminuten in Sendungen einlegten. Auch erläuterten sie, wie die Entscheidungen und Pläne der Regierung nicht nur LRT, sondern auch die Zukunft der gesamten Medienlandschaft in Litauen beeinflussen könnten.

